Brustimplantate-Pfusch: Verantwortung liegt bei TÜV Rheinland

14.11.2013 | 15:28
PIP-Skandal: TÜV Rheinland muss haften Der insolvente Hersteller PIP hat weltweit tausenden Frauen Brustimplantate aus billigem Industriesilikon verkauft.

TÜV Rheinland haftbar

Gerissene Kissen und ausgetretenes Silikon: Im Skandal um den französischen Hersteller von Brustimplantaten PIP sind deutschlandweit mehr als 5.000 Frauen betroffen. Ein Gericht im französischen Toulon sieht dafür die Verantwortung beim TÜV Rheinland.

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Rund 1.600 betroffene Frauen und sechs Händler hatten gegen den deutschen Prüfdienstleister geklagt. Aus Sicht des Gerichts in Toulon hat der TÜV seine "Pflicht zur Kontrolle und Wachsamkeit" verletzt. Das Unternehmen müsse nun "den Schaden der Importeure und der Opfer" ausgleichen, entschied die Kammer.

Brustimplantate aus billigem Industriesilikon

Dem TÜV Rheinland war im Zusammenhang mit der Zertifizierung der Implantate Schlamperei vorgeworfen worden. Die Kläger wollen mehr als 50 Millionen Euro Schadenersatz. Weltweit haben Chirurgen Schätzungen zufolge Hunderttausenden Frauen minderwertige Silikonkissen eines französischen Herstellers implantiert. Der TÜV hatte eine Verantwortung zurückgewiesen, da sich das Unternehmen selbst als Opfer sieht.

Entsprechende Entscheidungen gab es bereits von deutschen Gerichten. Der Prozess war Teil einer Reihe von Verfahren um den Betrug des insolventen Unternehmens Poly Implant Prothèse (PIP). PIP-Gründer Jean-Claude Mas sowie frühere Mitarbeiter sind vor einem Strafgericht in Marseille angeklagt. Dort wird ein Urteil für Dezember erwartet.

Bildquelle: dpa bildfunk