Bulgarien: Tödlicher Unfall im Hotel-Pool

Reiseveranstalter nimmt Hotel aus dem Programm

Diese Meldung sorgt für Kopfschütteln: In dem bulgarischen Hotelpool, in dem im Juli 2011 ein deutsches Mädchen starb, gab es schon zwei Jahre zuvor einen ähnlichen Vorfall. Der deutsche Reiseveranstalter ITS hat sich entschieden, das Hotel aus dem Programm zu streichen.

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Goldstrand
Der Goldstrand - ein beliebtes Urlaubsziel der Deutschen. © dpa, B1727 Backhaus

Im Jahr 2009 hatte es in der Anlage 'Berlin Golden Beach' an der Schwarzmeerküste einen ähnlichen Unfall mit einem Mädchen aus Nordrhein-Westfalen gegeben. Das Kind konnte sich in letzter Sekunde selbst befreien. Damals sei das Schwimmbad vorschriftswidrig nicht gesperrt gewesen, als das Wasser aus den Becken abgepumpt wurde, sagte der ITS-Sprecher.

Die verunglückte 13-Jährige stammt nach Medienberichten aus Sachsen-Anhalt. Sie und ihr alleinerziehender Vater seien zwei Tage vor der Tragödie in dem Hotel angekommen, berichtete die 'Magdeburger Volksstimme'. Der 52 Jahre alte Vater sagte der Zeitung, er sei mit seiner Tochter samstags von Berlin nach Bulgarien geflogen. Am Montag sei das Mädchen gegen 10.30 Uhr zum Pool gegangen. Der Vater ahnte erst etwas von dem Unglück, als ein Rettungswagen vor dem Hotel hielt.

Personelle Konsequenzen

Nach Angaben der Zeitung erfuhr er später, dass die Abdeckung eines etwa 20 Zentimeter großen Ansaugrohrs der Umwälzpumpe auf dem Beckengrund wahrscheinlich fehlte. Dadurch sei ein starker Sog entstanden, der das Mädchen unter Wasser zog. Hotelmitarbeiter hätten in dem 1,40 Meter tiefen Pool minutenlang versucht, seine Tochter zu retten, sagte der Vater dem Blatt weiter. Die 13-Jährige sei am frühen Dienstagmorgen in einem Krankenhaus für tot erklärt worden. Der Leichnam wurde von Bulgarien nach Deutschland gebracht.

ITS hält "menschliches Versagen" für die Ursache der Unfälle. Nach den bisherigen Erkenntnissen sei der Pool auch diesmal nicht gesperrt gewesen, als das Wasser abgelassen wurde. Nach dem ersten Unfall sei der Hotelbetreiber noch einmal nachdrücklich auf seine Pflichten bei der Sicherheit hingewiesen worden, sagte der Sprecher. Weil er offensichtlich daraus keine Lehren zog, habe ITS die Geschäftsbeziehungen abgebrochen. Das Hotel könne nicht mehr über ITS gebucht werden.

Nach ersten Angaben der Gemeinde Warna war der Pool noch nicht offiziell zugelassen. Dazu sagte der ITS-Sprecher, der Hotelier habe vor Beginn der Saison schriftlich versichert, die notwendigen Genehmigungen lägen vor.

Das Hotel nahm keine Stellung zu dem Fall. Nach Angaben des ITS-Sprechers soll die Hotelchefin nach dem Unglück entlassen worden sein.


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