Bundesanwaltschaft warnt vor islamistischem Terror

15.12.2011 | 15:11
Letzte Woche verhaftet: Ein mutmaßlicher Al-Kaida-Terrorist. Ein mutmaßlicher Al-Kaida-Terrorist wurde letzte Woche verhaftet.

Deutschland "nicht nur Rückzugsraum für Terroristen"

Die Bundesanwaltschaft hat vor der Gefahr islamistischen Terrors gewarnt. Deutschland sei "nicht nur Rückzugsraum für Terroristen, sondern ein Zielgebiet für geplante Anschläge", sagte Generalbundesanwalt Harald Range in Karlsruhe.

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Mit Blick auf die Düsseldorfer Zelle mutmaßlicher Al-Kaida-Terroristen sagte der stellvertretende Generalbundesanwalt Rainer Griesbaum, es wäre "völlig verfehlt" anzunehmen, mit den Festnahmen von insgesamt vier Verdächtigen wäre der Fall abschlossen. "Das Geschehen zeigt ein jahrelang angelegtes Projekt von Al-Kaida, und wir müssen uns auf diese Projektierung einstellen." Die Al-Kaida-Führung habe sich spätestens Anfang 2010 dazu entschlossen, auch Deutschland mit terroristischen Anschlägen zu überziehen.

Griesbaum zitierte aus einem Schreiben des mutmaßlichen Kopfes der Düsseldorfer Zelle an einen Al-Kaida-Führer. Darin heißt es: "O unser Shaikh, ich trainiere einige Jugendliche aus Europa, die bislang in Sachen Sicherheit sauber sind. Nach dem Ende des Trainings werde ich mit Hilfe Allahs mit dem Schlachten der Hunde der Söhne der Gelben anfangen." Mit "Gelben" sollen Europäer gemeint sein. Weiter schrieb der Terrorverdächtige: "Wenn mir etwas passieren soll, dann habe ich bereits Brüder hinterlassen, die die Arbeit nach mir zu Ende führen."

Terror-Propaganda im Internet

Deutschland habe im vergangenen Jahr "die gesamte Palette islamistischer Terrorbestrebungen erlebt", sagte Griesbaum, der die Terrorismus-Abteilung der Bundesanwaltschaft leitet. Der islamistische Terrorismus zeige Merkmale der Globalisierung: Training in weit entfernten Ausbildungslagern, grenzüberschreitende logistische Unterstützung und Koordinierung über das Internet.

Er sprach von einem "echten Quantensprung" bei der islamistischen Terror-Propaganda im Internet. Die Wirkung habe sich etwa bei dem Attentat am Frankfurter Flughafen gezeigt, bei dem ein einzelner Täter zwei US-Sodaten erschoss und zwei weitere schwer verletzte.

Bildquelle: dpa bildfunk