Bundestag beschließt 'Elterngeld Plus': Das müssen Sie jetzt wissen!

07.11.2014 | 11:54
Familie mit zwei Kindern Das Elterngeld Plus soll Familien mehr Gestaltungsfreiheit bieten und die Rückkehr in den Job erleichtern.

Teilzeit in der Elternzeit

Familie und Beruf sollen sich bald besser vereinbaren lassen. Der Bundestag hat das 'Elterngeld Plus' verabschiedet. "Wir stärken damit allen jungen Eltern den Rücken, die gemeinsam für ihre Kinder da sein wollen", sagte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD). Das Konzept soll die frühere Rückkehr in den Beruf erleichtern, die Elternzeit flexibler machen und mehr Gestaltungsfreiheit bieten. Auch die Rolle der Väter wird mit einbezogen. Die Neuregelung gilt ab Juli 2015.

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Mit dem Elterngeld Plus können Paare den Bezug auf bis zu 28 Monate verlängern, dabei wird die Summe halbiert. Das ist zwar auch schon mit dem normalen Elterngeld möglich, allerdings ist die Teilzeitarbeit bislang finanziell von Nachteil. Wer bis zu 30 Wochenstunden arbeitet, bekommt Abzüge beim Elterngeld. Grund: Bislang wurde bei einer Teilzeittätigkeit der entgangene Lohn als Berechnungsgrundlage für das Elterngeld genommen, künftig soll der volle Lohn in die Berechnung einfließen.

Das soll sich mit dem Elterngeld Plus ändern: Jetzt erhalten am Ende beide in Teilzeit arbeitenden Eltern genauso viel Elterngeld wie Eltern, die während des bisherigen Bezugszeitraums gar nicht arbeiten. Der Partnerschaftsbonus kommt ergänzend hinzu: Er besteht aus vier zusätzlichen Monaten, in denen die Aufgabenteilung in der Familie partnerschaftlich organisiert werden kann. Eltern von Zwillingen bekommen in Zukunft neben einer Bonuszahlung von 300 Euro zwei zusätzliche Partnermonate.

Der Wiedereinstieg in den Job soll erleichtert werden

Ein Rechenbeispiel: Wenn das Netto-Einkommen vor Geburt des Kindes 2.000 Euro beträgt, gibt es bisher 65 Prozent dieser Summe als Elterngeld für Vater oder Mutter, das sind 1.300 Euro monatlich für bis zu 14 Monate. Mit dem Elterngeld Plus können alternativ bei einem Netto-Teilzeiteinkommen von 900 Euro über 24 Monate lang 650 Euro monatlich bezogen werden.

Hinzu kommt eine Option auf vier weitere Monate, wenn Vater und Mutter für mindestens vier aufeinanderfolgende Monate gleichzeitig 25 bis 30 Stunden pro Woche erwerbstätig sind. Beim regulären Elterngeld gibt es für maximal 14 Monate - je nach Höhe des vorherigen Nettoverdienstes - zwischen 300 und 1.800 Euro monatlich.

Sinn der Reform ist, dass Eltern mit einem Teilzeitjob länger Elterngeld beziehen können und so mehr Zeit für ihr Kind haben. Zudem wird Eltern durch die Möglichkeit der Teilzeitarbeit der Wiedereinstieg in den Beruf leichter gemacht.

Bildquelle: dpa bildfunk