Bundeswehrreform: 31 Standorte dicht

De Maizière: "Gewaltige Änderungen"

Monatelang wurde über Standortschließungen im Zuge der Bundeswehrreform spekuliert. Nun gab Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) bekannt, dass 31 der bundesweit knapp 400 Standorte geschlossen werden sollen. 90 weitere sollen drastisch verkleinert werden, das heißt um 50 Prozent oder um mehr als 500 Posten. An 33 Standorten werden dann nur noch weniger als 15 Soldaten oder Zivilisten beschäftigt sein.

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De Maizière: "Gewaltige Änderungen"
Verteidigungsminister de Maizière gab "gewaltigen Änderungen" bekannt © REUTERS, FABRIZIO BENSCH

Die Standortentscheidung war die letzte wichtige Weichenstellung der Bundeswehrreform nach dem Aussetzen der Wehrpflicht sowie der Festlegung der Truppenstärke und der Grobstrukturen. Sie wurde auch in den Kommunen mit Spannung erwartet, weil die Bundeswehr für sie ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist.

Das Standortkonzept wurde gründlich vorbereitet. "Unsere Leute haben in den letzten Monaten jeden Standort betrachtet", sagte de Maizière. Das Konzept sei anschließend wie ein Puzzle zusammengesetzt worden. Über einen Standort hat de Maizière bereits entschieden: An seinem Geburtsort Bonn bleiben der erste Dienstsitz des Ministeriums und insgesamt 4.000 Bundeswehr-Dienstposten erhalten.

Betroffene Standorte

Von den verbleibenden 328 Standorten sollen folgende 31 vollständig geschlossen werden: In Baden-Württemberg Hardheim, Hohentengen, Immendingen, Sigmaringen, in Bayern Fürstenfeldbruck, Kaufbeuren und Penzing, in Hessen Rotenburg an der Fulda. Zudem in Mecklenburg-Vorpommern: Lübtheen, Rechlin und Trollenhagen, in Niedersachsen: Ehra-Lessien, Lorup und Schwanewede. Außerdem in Nordrhein-Westfalen Kerpen und Königswinter, in Rheinland-Pfalz Bad Neuenahr-Ahrweiler, Birkenfeld, Emmerzhausen, Kusel und Speyer, in Sachsen Mockrehna, in Schleswig-Holstein Alt Duvenstedt, Bargum, Glücksburg, Hohn, Hürup, Ladelund, Lütjenburg und Seeth und in Thüringen Ohrdruf.

Der Bundesverteidigungsminister äußerte Verständnis dafür, dass das neue Standort-Konzept für viele "schmerzhaft" sei. "Dennoch ist der Schritt unvermeidlich. Die Bundeswehr ist nicht um der Standorte willen da, sondern dafür da, ihren Auftrag gut und sparsam zu erfüllen."

Die Reform war im Frühjahr 2010 von de Maizières Vorgänger Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) auf den Weg gebracht worden. Die Bundeswehr soll von ursprünglich 250.000 auf 170.000 bis 185.000 Soldaten schrumpfen. Das Aussetzen der Wehrpflicht hat bereits zu einer Verkleinerung auf rund 200.000 Soldaten geführt.


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