Bundeswehrsoldat stirbt bei Explosion

De Maizière: "Werden unseren Auftrag weiter ausführen"

Blutige Anschlag-Serie in Afghanistan: Wieder ist ein deutscher Soldat in einer Sprengfalle gestorben. Es ist der vierte Tote innerhalb von zehn Tagen. Fünf weitere Deutsche wurden beim jüngsten Anschlag im nordafghanischen Baghlan verletzt.

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Anschlag auf die Bundeswehr in Afghanistan
Die Bundeswehr ist erneut Ziel eines Anschlags in Nordafghanistan geworden. © dpa, Maurizio Gambarini

Zu dem Anschlag kam es um 9.54 Uhr Ortszeit (7.24 Uhr deutscher Zeit) 36 Kilometer südlich von Kundus. Die fünf Verletzten wurden per Hubschrauber ins Feldlazarett nach Kundus gebracht. Der getötete Soldat sei noch "am Anschlagsort gefallen", teilte die Bundeswehr mit. Die Taliban bekannten sich zu dem Anschlag - sie hatten einen Schützenpanzer vom Typ 'Marder' angesprengt. Baghlans Gouverneur Munschi Abdul Madschid sagte am Donnerstag, ein Sprengsatz am Straßenrand habe in dem Ort Anarchel im Distrikt Baghlan-e-Markasi ein gepanzertes Fahrzeug der ausländischen Truppen zerstört.

Bei dem Toten handelt es sich nach Bundeswehr-Informationen um einen 23-jährigen Oberstabsgefreiten der Panzerbrigade 21 'Lipperland' aus Augustdorf in Nordrhein-Westfalen. Auch die fünf Verwundeten gehören dieser Einheit an: Ein 30-jähriger Hauptfeldwebel, ein 27-jähriger Stabsunteroffizier, zwei Hauptgefreite im Alter von 24 und 21 Jahren sowie ein 46-jähriger Feldwebel der Reserve. Die zum Teil schwer verwundeten Soldaten befinden sich in Rettungszentren in Kundus und Masar-e-Sharif.

Verteidigungsminister Thomas de Maizière hat den jüngsten Anschlag auf die Bundeswehr in Afghanistan verurteilt, zugleich aber das deutsche militärische Engagement am Hindukusch bekräftigt. "Wir werden unseren Auftrag weiter ausführen", sagte der CDU-Politiker. Der Gewalt dürfe man nicht weichen. Wenn sich Deutschland jetzt zurückzöge, würde das den radikal-islamischen Taliban in die Hände spielen.

Zweiter Anschlag innerhalb einer Woche

Erst am vergangenen Samstag waren bei einem Anschlag am Sitz des Gouverneurs der Provinz Tachar zwei deutsche Soldaten getötet und sechs weitere verletzt worden. Unter den Verletzten des Anschlags von Talokan ist der deutsche Regionalkommandeur der Internationalen Schutztruppe Isaf für Nordafghanistan, General Markus Kneip.

Am Mittwoch vergangener Woche war außerdem bei einem Sprengstoffanschlag auf eine deutsche Patrouille in der Provinz Kundus ein Bundeswehrsoldat getötet worden.

Im Zusammenhang mit dem Anschlag in Talokan wurden bereits fünf einheimische Polizisten festgenommen. Ein Offizier sowie vier einfache Polizisten stünden im Verdacht, die Attentäter unterstützt zu haben, sagte Tachars Vize-Polizeichef Hadschi Abdul Salam.


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