Bundesweiter Aktionstag in vielen Moscheen: Muslime setzen Zeichen gegen Hass

16.09.2014 | 20:29
Moschee Gebet Mehr als 2.000 deutsche Moscheen nehmen am Aktionstag gegen Fanatismus und Rassismus teil.

2.000 deutsche Moscheen nehmen am Aktionstag teil

Die deutschen Islam-Verbände haben sich in aller Deutlichkeit von den Terror-Milizen des IS und allen Sympathisanten distanziert. Die selbsternannten Gotteskrieger seien Mörder und Verbrecher, die im Islam keinen Platz hätten. Deshalb organisieren sie am Freitag einen bundesweiten Aktionstag in vielen Moscheen. Gleichzeitig fordern sie mehr Solidarität ein, wenn Moscheen angegriffen werden.

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'Muslime stehen auf gegen Hass und Unrecht' soll das Thema des Aktionstags sein, an dem mehr als 2.000 deutsche Moscheen mit Ansprachen, Mahnwachen und Friedensgebeten teilnehmen wollen. Die Islam-Verbände betonten, sie hätten sich zu diesem erstmaligen Aktionstag in den Moscheen nicht etwa entschlossen, "um die Erwartungen der Mehrheitsgesellschaft zu erfüllen", sondern aus eigener Überzeugung.

Der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime Aiman A. Mazyek sagte: "Wir wollen klarmachen, dass die Terroristen und Verbrecher nicht im Namen des Islam sprechen, dass sie die Gebote des Islams mit Füßen treten und dass Mörder und Verbrecher in unseren Reihen, in unserer Religion keinen Platz haben." Die Muslime wollten nicht schweigen, "wenn der Islam gekidnappt wird von Terroristen und Verbrechern".

Islam-Verbände wollen Hilfe der Politik

400 deutsche Islamisten kämpfen laut Verfassungsschutz bereits für den IS. Sie radikalisieren sich im Internet, aber auch durch Hasspredigten. Die meisten Moscheen dulden das nicht. Sie warnen ihre Gläubigen vor den Extremisten und klären auf. Muhammad Asif Sadiq von der Ahmadiyya-Gemeinde in Berlin sagte jedoch, dass es schwierig sei, "ab einer bestimmten Phase der Radikalisierung vor dem Computer" die Sympathisanten zu mäßigen. "Da ist es auch notwendig, dass die Moscheegemeinden präventiv Antiradikalisierungs-Workshops anbieten."

Die Islam-Verbände wollen mithelfen, dass nicht noch mehr junge Männer aus Deutschland nach Syrien oder in den Irak ziehen und dort für einen islamischen Staat kämpfen. Sie fühlen sich allerdings überfordert und wollen die Hilfe der Politik. Denn alleine gelingt es ihnen nicht zu verhindern, dass noch mehr junge Menschen in den Kampf für den IS ziehen.

Bildquelle: dpa bildfunk