Bushidos Mafia-Kontakte werden Thema im Bundestag

21.04.2013 | 15:26
bushido,rapper,bundestag,mafia-kontakte Rapper Bushido im Juni 2012 während seines Praktikums im Bundestag.

Oppermann will Ältestenrat einschalten

Im vergangenen Jahr hat er ein Praktikum im Bundestag absolviert, jetzt kommen seine Verbindungen zu einer zwielichtigen Berliner Großfamilie ans Licht – das lässt sich die Politik nicht bieten. Und deshalb wird der Rapper Bushido nun Thema im Bundestag. SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann will wegen der Mafia-Gerüchte laut 'Focus' den Ältestenrat einschalten.

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"Wenn Bushido über enge Kontakte zur organisierten Kriminalität verfügt, hat er im Bundestag nichts zu suchen", sagte Oppermann der 'Bild am Sonntag'. "Dass er bei der CDU ein- und ausgeht und dort auch Innenminister Friedrich zum Gespräch trifft, ist nicht in Ordnung."

Der 'Stern' hatte in der vergangenen Woche berichtet, Bushido gehöre einem Mafia-Clan an und habe diesem sein gesamtes Vermögen zur Verfügung gestellt - und zwar bis über den Tod hinaus. Bei dem Clan handelt es sich angeblich um eine libanesische Großfamilie, die laut Mafia-Experten fester Bestandteil der Berliner Unterwelt sein soll. So war ein Angehöriger des Clans Anführer des berühmten Überfalls auf ein Pokerturnier im Jahr 2010. Dafür sitzt er jetzt im Gefängnis.

Mafia-Clan soll Rapper das Bundestags-Praktikum verschafft haben

Mit dieser Familie sei Rapper Bushido angeblich seit Jahren eng befreundet, wenn auch nicht verwandt. Laut 'Stern' bieten sie ihm Schutz und geschäftliche Kontakte. Er wiederum öffne den Clan-Mitgliedern die Türen zur Gesellschaft. Selbst das medienwirksame Praktikum im Bundestag soll der Familie angeblich gedient haben.

Schon 2010 soll Bushido einem Clan-Mitglied eine Generalvollmacht ausgestellt haben: Dieser habe somit das Recht, Bushidos gesamte Besitztümer zu verschenken, auch an sich selbst - umfassender kann eine Generalvollmacht nicht sein. Ob die Libanesen diese Vollmacht gegen Bushidos Willen einsetzen - sofern dieser vom 'Stern' erhobene Vorwurf denn stimmt - ist laut einem Insider aber unwahrscheinlich - zumindest im Moment. Bushido selbst hat sich zu seiner angeblichen Verstrickung noch nicht geäußert.

Bildquelle: dpa bildfunk