CC- statt BCC-Verteiler genutzt: Taliban-Sprecher sorgt für E-Mail-Panne

Taliban-Mailingliste für 400 Empfänger sichtbar

Schnell getippt, Empfänger eingetragen und weg ist die E-Mail. Manchmal fällt einem erst nach dem Abschicken auf, dass bei diesem alltäglichen Vorgang durch eine kleine Unachtsamkeit auch größere Pannen entstehen können. Zum Beispiel beim Eintragen der Empfänger in den BCC- anstatt in den CC-Verteiler. Genau das ist nun laut 'Welt-Online' einem Taliban-Sprecher beim Versenden einer Pressemitteilung passiert. Ungewollt konnten die Personen, die die Nachricht erhalten hatten, alle Adressen der übrigen Empfänger sehen, die sonst noch auf der Mailingliste der Taliban-Presseabteilung stehen.

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CC- statt BCC-Verteiler: Ein Taliban-Sprecher hat ungewollt Kontaktdaten an 400 Empfänger verschickt. © dpa, Z1003 Jens Büttner

Will der Versender eine E-Mail an mehrere Empfänger schicken und alle Adressaten öffentlich zeigen, müssen die Namen in das Feld CC (carbon copy) eingetragen werden. Sollen die weiteren Namen und Adressen für den Empfänger allerdings unsichtbar bleiben, müssen die Daten in dem Bereich BCC (blind carbon copy) hineingeschrieben werden.

Genau dieser Unterschied der beiden Funktionsfelder wird häufig versehentlich verwechselt. Besonders peinlich wird es, wenn dieser Unglücksrabe ein Taliban-Sprecher ist, der eine Mitteilung an 400 Empfänger versendet und dabei alle Namen und Adressen in das Verteiler-Feld CC eingetragen hat. Kari Yousuf leitete so eine E-Mail weiter, die er von einem Taliban-Kollegen erhalten hatte.

Journalist bemerkt den Fehler und sorgt sich um seine Sicherheit

Der CC-Verteiler wird bei der Taliban für gewöhnlich nur verwendet, um sich zu bestimmten Anschläge zu bekennen und den Journalisten die ersten Informationen zukommen zu lassen. Doch bei der besagten E-Mail war der Inhalt harmlos.

Dem Journalisten Mustafa Kazemi fiel der Fehler unangenehm auf. "Auf der veröffentlichten Empfängerliste der Taliban sind all meine vier E-Mail-Adressen. Ziemlich beruhigend für meine Sicherheit”, twitterte er.

Unter den 400 Empfängern waren allerdings nicht nur Journalisten, sondern auch die Adressen von Aktivisten und verschiedenen Gelehrten. Ein Provinzchef und ein afghanischer Abgeordneter waren auch dabei. Sogar die Daten des afghanischen Warlords Gulbuddin Hekmatyrar konnte jeder einsehen. Seine aufständische Organisation Hesb-i-Islam soll für mehrere Angriffe gegen westliche Koalitionskräfte verantwortlich sein.


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