Chantal (11): Methadon stammte von Pflegeeltern

Amt räumt schwere Fehler ein

Der Tod der 11-jährigen Chantal aus Hamburg, die Mitte Januar an einer Überdosis Methadon gestorben war, entwickelt sich zu einem Skandal. Wie mittlerweile bekannt ist, waren die Pflegeeltern seit Jahren schwer drogenabhängig und bekamen die Ersatzdroge Methadon verabreicht. Auf diese Weise ist die kleine Chantal offenbar an den Heroin-Ersatzstoff gelangt.

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Chantal (11) starb an einer Überdosis Methadon.
Im Haus ihrer Pflegeeltern kam die 11-jährige Chantal offenbar mit dem Methadon in Kontakt, an dem sie letztlich starb.

In der Garage entdeckte die Staatsanwaltschaft 31 Methadon-Tabletten, am Arbeitsplatz des Pflegevaters eine weitere, sagte ein Behördensprecher. Beide Pflegeeltern sind nach eigenen Angaben als Drogensüchtige in einem Methadon-Programm, sagte der Sprecher.

Aber wieso war das Kind überhaupt bei Pflegeeltern, die selbst Drogen-Abhängig sind? Der Leiter des zuständigen Bezirksamts, Markus Schreiber (SPD), räumte bereits Fehler ein. Die Auswahl der Pflegeeltern sei falsch gewesen, sagte er dem Radiosender NDR 90,3. Schreiber kündigte eine lückenlose Aufklärung an.

Wollte Chantal weg von ihrer Pflegefamilie?

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen vier Beschuldigte wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung - gegen die Pflegeeltern, gegen eine 27 Jahre alte Tochter und gegen Chantals leiblichen Vater Die Ermittlungsbehörde hat bereits zwei Mal die Wohnung der Pflegeeltern durchsucht, mit drei Drogenspürhunden. Auch am Arbeitsplatz des Pflegevaters und in der Wohnung der 27-Jährigen suchten die Beamten nach Beweismitteln.

Die Pflegeeltern und die 27-Jährige mussten außerdem Blut- und Haarproben abgeben. Die Ergebnisse der Drogentests werden in ein bis zwei Wochen erwartet, sagte Möllers. Bei der Staatsanwaltschaft seien weder der Pflegevater noch die Pflegemutter in den vergangenen Jahren wegen Drogendelikten in Erscheinung getreten, hieß es.

Chantal wollte angeblich weg von ihrer Pflegefamilie - zurück zu ihrem leiblichen Vater, zu dem sie regelmäßigen Kontakt hatte.


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