Chaos-Bahn kämpft mit Personalmangel

12.08.2013 | 09:54
Peinliches Bahn-Debakel in Mainz Viele Züge fallen aus

Bahnchef Grube bricht Urlaub ab

Die Reaktionen auf das Bahn-Debakel in Mainz sind eindeutig: Eine so hoch entwickelte Industrienation wie Deutschland kann sich solch massive Zugausfälle und Verspätungen schlichtweg nicht leisten. Seit einigen Tagen halten nur noch wenige Fernzüge im Bahnhof und im Nahverkehr bietet die Bahn nur einen Stunden- statt Halbstundentakt an. Und nun sind die Probleme noch größer, denn bisher kam es vor allem abends und nachts zu Zugausfällen und Umleitungen, vor allem bei Fernzügen. Ab sofort kommt es auch tagsüber zu Einschränkungen.

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Die Bahntochter DB Netz räumte bundesweite Probleme bei Stellwerken ein. Nicht nur der Mainzer Hauptbahnhof sei betroffen, sagte Frank Sennhenn in der ARD. "Wir haben bundesweit eine angespannte Situation, das ist richtig. Wir sind dabei, alle Stellwerke, bei denen wir ähnlich kritische Situationen haben, nach Kräften abzusichern."

Bahnchef Rüdiger Grube bricht derweil seinen Urlaub ab. Er wolle am Mittwoch an einem Spitzengespräch mit Personalmanagern der Bahn und der Führung der Gewerkschaft EVG teilnehmen, verlautete aus Bahnkreisen. Damit wurde ein Bericht der 'Bild' bestätigt. Das Blatt zitierte aus einer E-Mail Grubes an seine Mitarbeiter: "Aus diesem Grund habe ich meinen Urlaub abgesagt, um gemeinsam mit meinen Vorstandskollegen und den Kollegen der DB Netz AG aktiv an Lösungen zu arbeiten."

Lösung angekündigt

Die Ursache für das Debakel in Mainz: Fast die Hälfte der 15 Fahrdienstleiter im Mainzer Stellwerk ist krank oder in Urlaub. Und da die Bahn offenbar auf solche Engpässe nicht vorbereitet ist, kann sie den Betrieb am Mainzer Bahnhof nicht mehr sicherstellen.

Inzwischen hat sich auch der Bund eingeschaltet. Als Eigentümer erwartet er von der Bahn, dass sie Personalengpässe beim Stellwerk in Mainz in den Griff bekommt. "Das muss ein Ende haben", sagte eine Sprecherin des Verkehrsministeriums.

Um auch zukünftig auf solche und ähnliche Probleme vorbereitet zu sein, muss die Deutsche Bahn ausreichend Personal einplanen, das bei Engpässen einspringen kann. Sonst droht schon bei der nächsten Grippewelle im Herbst ein noch viel größeres Chaos.

Bildquelle: dpa bildfunk