Christian Wulff bat Siemens um Geld für Groenewold-Film

Siemens lehnte Wulffs Gesuch ab

Ex-Bundespräsident Christian Wulff hat einem 'Spiegel'-Bericht zufolge in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident beim Siemens-Konzern um Geld für den Film 'John Rabe' seines Freundes David Groenewold gebeten.

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Ex-Bundespräsident Wulff
Ex-Bundespräsident Christian Wulff hat sich für seinen Freund David Groenewold eingesetzt. © dpa bildfunk, unbekannt

Oberstaatsanwalt Hans-Jürgen Lendeckel bestätigte entsprechende Ermittlungen im Gespräch mit 'RTLaktuell.de'. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass es sich nicht wie vom 'Spiegel' behauptet um eine neue Spur handele, sondern die Staatsanwaltschaft Hannover dem Sachverhalt bereits seit längerer Zeit nachgehe.

In dem Film geht um den Siemens-Manager John Rabe, der im Zweiten Weltkrieg in China tausenden Menschen das Leben rettete. Wulff hat laut des Berichts im Dezember 2008 einen Brief an Siemens-Chef Peter Löscher geschrieben, aus dem das Magazin zitiert: "Ich habe die Bitte, dass die Siemens AG sich stärker als bisher in das Projekt einbringt". Er könne sich unter anderem eine Beteiligung bei der "Auswertung des Films" vorstellen. Löscher lehnte Wulffs Gesuch im Januar 2009 ab.

Gefälligkeit für Feier auf Oktoberfest?

Wulffs Initiative soll auf eine Bitte Groenewolds zurückgehen. Der Regisseur habe Wulff in einem Schreiben gebeten, mit seinen "Kontakten" eine Verbindung zu dem Konzern herzustellen. Er selbst sei mit seinen Vorstößen gescheitert, berichtet der 'Spiegel'.

Brisant ist in diesem Zusammenhang, dass Wulff und seine Frau Bettina zwei Tage zuvor an einer Feier auf dem Münchner Oktoberfest teilgenommen haben sollen, die von Groenewold bezahlt worden sei. Die Staatsanwaltschaft Hannover prüft, ob zwischen Gefälligkeit für den Film und der Feier in München ein Zusammenhang besteht. Wulff und Groenewold bestreiten laut des Berichts die Vorwürfe.