CIA verhindert Bombenanschlag auf Flugzeug

Al-Kaida entwickelte 'Unterhosenbombe' weiter

Die CIA hat in Zusammenarbeit mit anderen Geheimdiensten offenbar einen Bombenanschlag des Terrornetzwerks Al-Kaida auf ein Passagierflugzeug verhindert. Der Al-Kaida-Ableger im Jemen habe geplant, eine Bombe an Bord eines in die USA fliegenden Passagierflugzeugs zu schmuggeln, berichtete die 'New York Times' unter Berufung auf Geheimdienstangaben. Fraglich ist, welche Rolle der Jahrestag des Todes von Al-Kaida-Führer Osama bin Laden hatte.

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CIA verhindert Bombenanschlag auf Flugzeug
Die 'Unterhosenbombe': Mit dieser Vorrichtung wollte 2009 ein Nigerianer ein Passagierflugzeug in den USA in die Luft jagen - einen erneuten Versuch verhinderte die CIA jetzt früher. © dpa, Federal Bureau Of Investigation

Die Verschwörung sei Mitte April, als sie Konturen annahm, entdeckt worden. Die Geheimdienste hätten den Sprengsatz etwa eine Woche vor dem geplanten Einsatz sichergestellt. Das ist zwar zeitnah zum Todestag von bin Laden, jedoch gebe es keine Hinweise, dass der geplante Anschlag damit in Zusammenhang stehe, schrieb die 'New York Times' unter Berufung auf US-Beamte. In anderen US-Berichten spekulierten Experten über einen zeitlichen Zusammenhang.

Obwohl bin Laden vor einem Jahr in seinem pakistanischen Versteck von US-Elitesoldaten getötet worden war, hatte das Weiße Haus bis vor Kurzem beteuert, dass keine Attentatspläne des Terrornetzwerks bekannt seien. Jetzt die Kehrtwende: US-Präsident Barack Obama sei über die Verschwörung im April informiert worden, sagte die stellvertretende Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates, Caitlin Hayden, in einer Erklärung. Ihm sei versichert worden, dass der Sprengsatz nie eine Bedrohung für die Öffentlichkeit dargestellt habe.

Anschlag 2009 erst an Bord verhindert

Der im Jemen entwickelte Sprengkörper sei eine Weiterwicklung der so genannten Unterhosenbombe, mit der Weihnachten 2009 ein Passagierflugzeug über der US-Stadt Detroit in die Luft gesprengt werden sollte, berichtete der Sender NBC News. Eine Gefahr für Flugzeuge habe jedoch nicht bestanden. Das vorzeitige Auffinden des Sprengsatzes sei ein weiteres Beispiel für herausragende internationale Zusammenarbeit bei der Bekämpfung des Terrorismus, sagte ein US-Beamter dem Sender CBS.

Die Bombe gleiche denen, die von der Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel benutzt würden. Sie gilt als der gefährlichste Al-Kaida-Ableger. Nach US-Einschätzung hat die Organisation mehr als 1.000 Mitglieder im Jemen und Verbindungen zur Al-Kaida-Führung in Pakistan. Die Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel sei die verantwortliche Gruppe in diesem Fall, sagte ein hoher US-Beamter nach Angaben des US-Fernsehsenders CNN.

Der Sprengsatz sei "nicht metallisch" gewesen, hieß es in Medienberichten weiter. Deshalb wäre er auch bei den üblichen Kontrollen an Flughäfen schwer aufspürbar gewesen. Die Bombe sei im Ausland mit Hilfe von befreundeten Geheimdienstpartnern sichergestellt worden, berichtete die US-Bundespolizei FBI in einer Mitteilung. Die Bombe, die eine Weiterentwicklung der so genannten Unterhosenbombe sei, werde nun untersucht.

Am zweiten Weihnachtstag 2009 hatte ein damals 24-jähriger Nigerianer auf einem Flug von Amsterdam nach Detroit kurz vor der Landung versucht, seine mit Sprengstoff präparierte Unterhose zu zünden. Es entstand zwar ein Feuer, der Sprengstoff explodierte aber nicht wie geplant. Zudem überwältigten mutige Passagiere den Mann. Eine Katastrophe wurde verhindert.