CL-Finale: Hier gibt es den Spielbericht jetzt schon

Ganz Deutschland fiebert dem großen Champions-League-Finale zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund am kommenden Samstag in London entgegen. sport.de kann es gar nicht mehr erwarten und lässt das Spiel daher schon mal ablaufen – basierend auf den Statistiken dieser Saison.

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CL-Finale: Hier gibt es den Spielbericht jetzt schon
Das Champions-League-Finale wird sicher hart umkämpft. © dpa, Bernd Thissen

In den ersten Minuten tasten sich beide Mannschaften vorsichtig ab, wie es bei einem großen Finale üblich ist. Doch schon in der 8. Minute begeht Dante den ersten großen Fehler. Der Brasilianer geht unmittelbar vor dem eigenen Strafraum in zentraler Position zu wild in einen Zweikampf mit Marco Reus, der gerade zu einem seiner gefürchteten Tempo-Dribblings angesetzt hat. Zu Recht entscheidet Schiedsrichter Nicola Rizzoli aus Italien auf Freistoß und zeigt Dante zudem die Gelbe Karte. Reus schlenzt den Freistoß oben rechts in den Winkel, unhaltbar für Manuel Neuer, zum 1:0 für die Dortmunder. Zum ersten Mal am Abend bebt das mit 90.000 Zuschauern gefüllte Wembley-Stadion.

In der 12. Minute hat Mario Götze dann die Riesen-Chance zum 2:0. Nach einem feinen Zuspiel von Ilkay Gündogan läuft der 20-Jährige alleine auf Neuer zu, setzt den Ball jedoch an den Außenpfosten, was sich kurz darauf rächt.

Die Bayern finden schwer ins Spiel und gegen eine gut organisierte BVB-Defensive zunächst keine Mittel. Doch dann: Mats Hummels rutscht der Ball bei einem Klärungsversuch über den Schlappen, so dass die Kugel genau vor den Füßen von Franck Ribery landet. Der Franzose schickt sofort Mario Mandzukic mit einem Steilpass in den Dortmunder Strafraum. Dort will Hummels seinen Fehler wieder ausbügeln, geht allerdings zu forsch zu Werke und senst den Kroaten um. Dem Unparteiischen bleibt keine andere Wahl, als die Borussia gleich doppelt zu strafen. Elfmeter für die Münchner und Rot für Hummels wegen Notbremse. Thomas Müller (31. Minute) verwandelt souverän.

Die Bayern übernehmen in Überzahl das Kommando. Doch Dortmund kann das 1:1 zumindest in die Pause retten. BVB-Trainer Jürgen Klopp bringt Felipe Santana für Gündogan, um der Defensive nach dem Platzverweis von Hummels mehr Stabilität zu verleihen. Das bringt jedoch zunächst wenig. Denn gegen den Münchner Sturmlauf zu Beginn der 2. Halbzeit ist kein Dortmunder Kraut gewachsen. Arjen Robben (49. Minute) zieht in seiner typischen Art von der rechten Seite ins Zentrum und schlenzt den Ball aus 17 Metern und halbrechter Position in den linken Winkel. Die Bayern-Fans brauchen sich nach ihrem Torjubel gar nicht erst hinsetzen. Denn in der 52. Minute nickt Mandzukic aus 5 Metern lässig zum 3:1 ein, nachdem der glänzend aufgelegte Ribery auf der linken Seite Piszczek sowie Subotic stehen lässt und in die Mitte flankt, wo Santana zu weit weg von seinem Gegenspieler steht.

In der 65. Minute machen es die Bayern dann unfreiwillig spannend. Dante geht ungestüm in einen Zweikampf mit Robert Lewandowski. Schiedsrichter Rizzoli will zunächst weiterlaufen lassen. Nach wilden Protesten der Dortmunder Bank und einem Hinweis seines Assistenten zeigt der Italiener Dante dann jedoch Gelb-Rot. Am Spielfeldrand giften sich Einwechselspieler und Verantwortliche beider Mannschaften heftig an. Es beginnt eine hitzige und hart umkämpfte Schlussphase am Rande zur Unfairness, und darüber hinaus.

Die Bayern wollen das Ergebnis nun unspektakulär über die Zeit retten, doch die Dortmunder werfen sich in jeden Ball. Weil der BVB es nicht schafft, sich bis vor das Tor der Münchner zu kombinieren versuchen es die Borussen mit dem Mut der Verzweiflung aus der Distanz. Reus (76. Minute) und Lewandowski (83. Minute) scheitern am glänzend parierenden Neuer.

In der 92. Minute fällt dann doch noch der Anschlusstreffer, allerdings zu spät. Blaszczykowski überläuft Alaba auf der rechten Seite, zieht bis zur Grundlinie und legt quer auf Lewandowski, der aus 10 Metern mit einem satten Rechtsschuss trifft.

Die statistischen Belege

CL-Finale: Hier gibt es den Spielbericht jetzt schon
Trifft Thomas Müller, wie im Vorjahr, wieder im CL-Finale? © dpa, Peter Kneffel

8. Minute: Reus hat für den BVB in dieser Saison in allen drei Wettbewerben insgesamt 12 Mal das 1:0 erzielt, neunmal fiel sein 1:0 in der Anfangs-Viertelstunde, dreimal durch einen direkt verwandelten Freistoß. Zudem ist der BVB der Frühaufsteher unter den europäischen Top-Teams. 23 Treffer gelangen den Dortmundern in den ersten 15 Minuten einer Partie. Zum Vergleich: Die Bayern schossen in dieser Phase nur 12 Tore.

12. Minute: Während sich Mario Götze in der Bundesliga einen Ruf als torgefährlicher Mittelfeldspieler gemacht hat, ist der 20-Jährige in der 'Königsklasse' ein kleiner Chancentod. In den vergangenen beiden Jahren erzielte Götze in der Champions League in 17 Spielen gerade mal zwei Treffer, und ließ teils beste Chancen aus.

31. Minute: Der BVB ist in der Schlussphase der 1. Halbzeit offenbar regelmäßig gedanklich schon in der Kabine. 13 Treffer kassierten die Borussen in der Phase zwischen Minute 30 und 45 – die Bayern hingegen gerade mal zwei. Außerdem kassierten die Dortmunder drei ihrer vier Platzverweise in dieser Phase.

Dass Mats Hummels die entscheidenden Fehler macht, ist kein Zufall. In der Champions League patzt der sonst so sichere Innenverteidiger in unschöner Regelmäßigkeit. BVB-Fans erinnern sich mit Grauen an Hummels' Leistungen in Donezk (trotz seines Treffers), gegen Madrid oder vergangene Saison in Marseille und Piräus.

Thomas Müller ist in blendender Form. In seinen fünf letzten Partien war er an sechs Treffern beteiligt, vier erzielte er selbst. Zudem ist er Bayerns bester Elfmeter-Schütze. Während Alaba und Mandzukic diese Saison schon je einen Strafstoß versemmelten, verwandelte Müller alle seine drei Versuche.

Franck Riberys 'Vorarbeit' zum Ausgleich ist die logische Konsequenz seiner aktuellen 'Gönner-Laune'. In seinen letzten drei Spielen bereitete er sechs (!) Treffer vor.

49. & 52. Minute: Die Bayern erzielten diese Saison 35 Treffer zwischen der 46. Und 60. Minute, so viel wie kein anderer Verein aus den europäischen Top-Ligen. Und von seinen 12 Treffern diese Saison erzielte Robben vier in genau dieser Viertelstunde.

Mandzukic erzielte von seinen 21 Saisontreffern ganze acht mit dem Kopf.

65. Minute: Alle drei Platzverweise sahen die Bayern diese Saison zwischen der 45. und 75. Minute. Und der BVB kassierte diese Saison insgesamt 55 Gelbe Karten, mit Abstand die meisten davon (31) in den letzten 30 Minuten einer Partie.

76. & 83. Minute: Der BVB tut sich diese Saison in der CL schwer, wenn er nicht vor eigenem Publikum spielt. Die beiden einzigen torlosen CL-Spiele diese Saison fanden bezeichnenderweise auswärts statt. Zudem scheinen die gegnerischen Torhüter bei Champions-League-Spielen gegen Dortmund regelmäßig über sich hinauszuwachsen. Joe Hart (Manchester City), Willy Caballero (FC Malaga) und Diego Lopez (Real Madrid) hatten gegen die Borussia absolute Sahnetage.

Und Manuel Neuer ist ohnehin schon ein Weltklasse-Torwart. Der Bayern-Schlussmann wehrte diese Saison 79,55% aller Schüsse auf sein Tor ab.

92. Minute: Lewandowski ist beim BVB der Mann für die späten Treffer. Diese Saison erzielte der Pole schon neun Treffer in der Schluss-Viertelstunde. Außerdem schaffte es Dortmund diese Saison schon viermal, in der Nachspielzeit zu treffen. Und die Bayern kassierten diese Saison bereits vier Tore nach der 90. Minute.

Die letzten beiden Spiele, in denen Blaszczykowski vorbereitete und Lewandowski vollstreckte, verlor der BVB (1:2 gegen Hoffenheim, 1:2 bei Schalke).

Lewandowski erzielte alle seine 10 CL-Tore mit dem rechten Fuß.

Der FC Bayern gewinnt das Champions-League-Finale gegen Borussia Dortmund am Samstag also 3:2, was ein realistisches Ergebnis scheint. Denn der FCB kommt diese Saison auf 2,7 Treffer pro Spiel und der BVB erzielte pro Partie 2,3 Tore. Aber das alles ist natürlich nur Zahlenwerk. Wer weiß denn schon, was der liebe Fußballgott für kommenden Samstag wieder Besonderes geplant hat.


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