Co-Pilot schläft im Cockpit ein – Flugzeug minutenlang führerlos

08.02.2013 | 11:09
Cockpit, Boeing 737-800 Ein Cockpit einer Boeing 737-800 war minutenlang führerlos.

Crew bricht Tür auf

Ein beängstigender Zwischenfall hat sich in der Nähe der griechischen Urlaubsinsel Kreta bei einem Flug der niederländischen Transavia Airlines abgespielt. Der Co-Pilot soll am 20. September 2012 auf einem Flug von Ägypten nach Amsterdam laut der deutschen Pilotenvereinigung 'Cockpit‘ nach zweieinhalb Stunden eingeschlafen sein – das Flugzeug sei in der Zwischenzeit minutenlang führerlos gewesen.

- Anzeige -

Der Mann habe geschlafen, als der Kapitän nach einem Toilettenbesuch zurück ins Cockpit wollte und an der Tür klopfte. Auch mehrere Anrufe über das Bordtelefon weckten den Mann nicht auf. Daraufhin informierte der Kapitän die Kabinenbesatzung, die ihm half, die Tür zu öffnen. Im Cockpit fand die verdutzte Crew den schlafenden Co-Piloten.

Vereinigung warnt: Piloten fliegen übermüdet

Nach Angaben der Flugsicherheits-Website 'Aviation Herald‘ habe es sich bei der Maschine um eine Boeing 737-800 der Transavia Airlines gehandelt, die auf dem Weg von Hurghada in Ägypten nach Amsterdam gewesen sei. Die Fluggesellschaft Transavia Airlines mit Heimatbasis in Amsterdam ist ein Tochterunternehmen von Air France/KLM. Die niederländische Behörde für Fluguntersuchung ermittelt und schätzt den Vorfall als schwere Störung ein.

Unterdessen bekräftigt 'Cockpit‘ ihre Forderung, dass die Sicherheit der Passagiere und Besatzungen vor den wirtschaftlichen Interessen der Airlines stehen müsse. "Eingeschlafene Piloten bedeuten eine Gefährdung für die Flugsicherheit. Die aktuellen Flugdienstregelungen schützen nicht ausreichend vor gefährlicher Übermüdung“, sagt 'Cockpit‘-Sprecher Jörg Handwerg. "Flugdienstzeiten müssen grundsätzlich so sein, dass Piloten ohne gefährliche Übermüdung arbeiten könnten. Das sind sie zurzeit leider nicht.“

Bildquelle: dpa Picture Alliance (Archivbild)