Computerprogramm 'Keycrime' stoppt Verbrecher noch vor der Tat

Fünfmal so hohe Aufklärungsquote bei Raubüberfällen

Serientäter auf frischer Tat erwischen - oder schon vorher wissen, wo sie beim nächsten Mal zuschlagen und sie dann an Ort und Stelle erwarten. Der Traum vieler Ermittler scheint wahr zu werden, zumindest in Mailand. Denn dort hat ein Polizist in jahrelanger Kleinarbeit ein Computerprogramm entwickelt, das Täterprofile erstellt und Verbrecher systematisch zur Strecke bringt. Es kann sogar künftige Taten vorhersagen. Die Aufklärungsquote hat sich dadurch allein bei Raubüberfällen fast verfünffacht.

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Fünfmal so hohe Aufklärungsquote bei Raubüberfällen
Durch genaue Datenanalyse kann 'Keycrime' Verbrecher überführen.

'Keycrime', also Schlüssel-Verbrechen, heißt die Software, die Polizeiwachtmeister Mario Venturi entwickelt hat. Sie analysiert systematisch alle Details der Tat. Verschiedene Verbrechen können so demselben Täter oder derselben Bande zugeordnet werden. "Wir können häufig auch eine Vorhersage treffen, wo die Serientäter in Zukunft tätig werden“, berichtet Venturi stolz. "In mehreren Fällen konnte die Mailänder Polizei Personen festnehmen, noch bevor diese den Überfall ausführen."

Auch das FBI interessiert sich für das Programm

Möglich ist das, weil für das Täterprofil nicht nur Datum, Ort, Kleidung und benutzte Waffen ausgewertet werden, sondern auch Bilder von Überwachungskameras und Aussagen von Zeugen. Zu jedem Verbrechen werden so bis zu 11.000 Daten erfasst. Dank 'Keycrime' stieg die Aufklärungsrate bei Überfällen in Mailand von zehn auf 45 Prozent. Bei Raubüberfällen auf Apotheken sind es inzwischen sogar stolze achtzig Prozent.

Gut möglich, dass mit Hilfe des digitalen Profilers bald auch in anderen Städten Serientäter gejagt werden. Und das vielleicht sogar international: Inzwischen interessiert sich auch das FBI für das Fahndungs-Programm und hat Mario Venturi als Berater in die USA eingeladen.


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