Connecticut: 27 Menschen sterben bei Amoklauf in US-Grundschule

"Wir waren in der Sporthalle und hörten Schüsse"

Bei einem Amoklauf an einer Grundschule mit einem Kindergarten in Newtown (US-Bundesstaat Connecticut) sind 27 Menschen ums Leben gekommen. Darunter seien 20 Kinder und 6 Schulbedienstete, sagte Polizeisprecher Paul Vance. Auch der mutmaßliche Schütze, es soll sich um einen 20-jährigen Mann handeln, wurde tot in der Schule aufgefunden.

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Newtown, Connecticut, US-Grundschule, Schießerei
Die meisten der 20 getöteten Kinder seien im Alter zwischen fünf und zehn Jahren gewesen. © REUTERS, ADREES LATIF

Vance bestätige zudem, dass es noch einen zweiten Tatort gebe, an dem ein weiteres Opfer tot aufgefunden wurde. Nach Informationen des US-Senders CNN handelt es sich um den Wohnort des mutmaßlichen Schützen in Newtown. Dort sei die Leiche der Mutter des Amokschützen gefunden worden. Sie war Lehrerin an der Schule. Wie die 'New York Times' berichtete, wurde der Schütze als Adam Lanza identifiziert. Sein Bruder Ryan werde zurzeit von Polizebeamten verhört.

Die Polizei habe mit der Mutter einer Zweitklässlerin gesprochen, die während der Schießerei in der Schule war, berichtete eine CNN-Reporterin. "Sie war in einem Raum mit sechs anderen, darunter Direktorin, Vizedirektor und Schulpsychologe. Dann hörten sie Schüsse im Flur. Drei Menschen gingen auf den Flur hinaus - und zurück kam nur der Vizedirektor, krabbelnd, weil er in den Fuß geschossen worden war."

Augenzeugen schilderten im US-Fernsehen, der Mann sei schwarz gekleidet gewesen und habe mindestens 100 Schüsse abgegeben. "Es war einfach der Horror", berichtete eine Mutter einer Drittklässlerin, die zur Schule geeilt war. Sie berichtete von blutüberströmten Kindern, die aus dem Schulgebäude gekommen seien. "Alle waren hysterisch und in Panik."

"Wir haben die Polizisten gesehen und ganz viele Leute", erzählt die Drittklässlerin Alexis. "Wir hatten Angst und wollten nur, dass unsere Eltern uns ganz schnell abholen. Einige haben sogar ganz dolle Bauchschmerzen bekommen", sagt ein kleines Mädchen. "Wir waren in der Sporthalle und hörten die Schüsse. Dann sollten wir uns alle an die Wand setzen", erzählt ein Junge mit stockender Stimme. "Wir sind dann alle zu dem Feuerwehrhaus gerannt."

Obama: "Unsere Herzen wurden heute gebrochen"

Unterdessen wird immer mehr über den Amokläufer bekannt: Er soll 24 Jahre alt sein und ganz in schwarz gekleidet, mit einer kugelsicheren Weste und bis zu vier Waffen in die Grundschule gestürmt sein. Seine Leiche wurde in einem Klassenraum gefunden. Möglicherweise habe der Schütze Verbindungen zur Schule gehabt. Medien berichteten, dass die Mutter des Schützen Lehrerin an der Schule war und unter den Toten sei. Wie der Täter ums Leben kam und ob er Komplizen hatte, war zunächst nicht bekannt.

US-Präsident Barack Obama hat sich tief bestürzt über die Schießerei an der Grundschule gezeigt und politische Konsequenzen angekündigt. Die meisten der Todesopfer in der Schule im Bundesstaat Connecticut seien Kinder im Alter zwischen fünf und zehn Jahren gewesen, sagte ein sichtlich bewegter Obama im Weißen Haus. Es gebe keine Eltern in Amerika, die an diesem Tag nicht die selbe überwältigende Trauer verspürten wie er selbst. "Unsere Herzen wurden heute gebrochen", fügte Obama hinzu und wischte sich dabei Tränen aus den Augen.


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