Costa Concordia: Deutsche helfen bei Aufklärung

Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung schickt Verstärkung

Nach mehr als zwei Jahren ist die Ursache für die Havarie der 'Costa Concordia' mit 32 Toten immer noch nicht geklärt – nun könnten deutsche Experten den italienischen Ermittlern unter die Arme greifen. Ein Nautiker, ein Schiffbauer und ein externer Experte für Schiffselektrik der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) untersuchen das verunglückte Schiff, wie eine Sprecherin des Gerichts im italienischen Grosseto bestätigte. Laut Informationen des NDR sollen sie dabei helfen, die Havarie des Kreuzfahrtschiffes aufzuklären. Zusammen mit drei italienischen und zwei amerikanischen Kollegen besichtigten sie unter anderem die Fahrstühle des Schiffes, erklärte eine Sprecherin des Bergungsprojektes.

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Havarie-Ursache unklar
Das Wrack der havarierten Costa Concordia liegt noch immer vor der italienischen Mittelmeer-Insel Giglio. © dpa, Stf

BSU-Direktor Volker Schellhammer weist jedoch Berichte zurück, dass die deutsche Mitarbeit an der wachsenden Kritik an der Arbeit der italienischen Kollegen liege: "Wir haben aus Deutschland insgesamt zwölf Todesopfer zu beklagen. Insoweit ist Deutschland nach bestehender Rechtslage ein sogenannter Staat mit einem begründeten Interesse an der Untersuchung dieses Unfalls." Die Federführung liegt hier bei der Untersuchungsbehörde Organismo investigativo sui sinistri marittimi. Wann erste Ergebnisse veröffentlicht werden, kann Schellhammer noch nicht sagen.

Die Ermittlungen der Italiener stehen seit längerem auch international in der Kritik. So fordert Hans Reinhardt, Anwalt von mehr als 30 deutschen Opfern, laut NDR von den italienischen Behörden: "Es ist sehr wichtig, dass die Unfallursache klar herausgearbeitet wird. Leider gelingt es den italienischen Behörden nicht, hier zügig und schnell zu arbeiten."

Die Costa Concordia war am 13. Januar 2012 vor der italienischen Mittelmeer-Insel Giglio havariert. Dabei wurden 32 der 4.000 Menschen an Bord getötet. Zurzeit steht das Schiff zur Hälfte mit Wasser voll. Außerdem können mehrere Decks nicht betreten werden. Im Juni soll die Costa Concordia voraussichtlich in einen Hafen am Festland geschleppt werden, um dort ein weiteres Mal untersucht zu werden.