Costa Concordia: Drei Tote als Deutsche identifiziert

Aus dem Schiffswrack werden wohl nur noch Tote geborgen.
Aus dem Schiffswrack werden wohl nur noch Tote geborgen. © REUTERS, TONY GENTILE

Keine Hoffnung mehr auf Überlebende im Wrack

Nach dem Schiffsunglück vor Italien sind nach Angaben des Auswärtigen Amtes mittlerweile insgesamt drei deutsche Todesopfer identifiziert. Die Zahl der vermissten Deutschen liege nun bei neun, sagte eine Sprecherin. Zur genauen Herkunft der Opfer machte sie keine Angaben. Unter den beiden Toten sei auch das bereits von den italienischen Behörden gemeldete deutsche Opfer. Zehn Bundesbürger würden noch vermisst.

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Die Rettungskräfte auf dem gekenterten Kreuzfahrtschiff Costa Concordia haben die Hoffnung, weitere Überlebende zu finden, aufgegeben. “Jemanden lebend zu finden, wäre ein Wunder“, sagte der Leiter des Krisenstabes, Franco Gabrielli, auf der Insel Giglio. Insgesamt werden noch mehr als 20 Menschen vermisst. 16 Tote wurden geborgen.

Nach einer Unterbrechung wegen schlechten Wetters hatten sich Marine-Taucher einen noch größeren Zugang zu dem dritten Deck des havarierten Schiffes freigesprengt und ihre Arbeit fortgesetzt. Verrottende organische und sonstige Abfälle an Bord des 290 Meter langen Schiffes stellen eine Gesundheitsgefährdung für die Taucher dar, sagte der Krisenstabsleiter. Mögliche Infektionen seien ein Problem, “das noch gelöst werden muss“.

Die Vorarbeiten für das Abpumpen des Öls laufen auf Hochtouren. Die Bergung des giftigen Schweröls aus den Tanks kann aber voraussichtlich nicht vor Samstag beginnen. Danach dürfte es rund vier Wochen dauern, bis die etwa 2.300 Tonnen Treibstoff, überwiegend Schweröl, aus den 17 Tanks entsorgt sind. Mit dem Beginn der Aktion soll rund um die Uhr gepumpt werden.

Der Reederei droht eine Millionen-Klage

Unterdessen sorgte der unter Hausarrest stehende Kapitän des Unglücksschiffes, Francesco Schettino, für neue Schlagzeilen. Abgehörte Telefonate des 52-Jährigen mit Freunden nach der Havarie am 13. Januar scheinen Schettino zu belasten und seinen Aussagen im Verhör zu widersprechen.

“Als ich gesehen habe, dass sich das Schiff neigte, habe ich mich heruntergestürzt“, zitierte ihn die ‘La Stampa‘. Damit verrate sich Schettino, schrieb das Blatt, weil er bei seiner offiziellen Vernehmung ausgesagt hatte, er sei zufälligerweise von dem Schiff in ein Rettungsboot gefallen.

Laut ‘La Repubblica‘ sagte Schettino auch, die Verbeugung genannte nähere Route an die Insel Giglio heran habe ein “Manager“ nachdrücklich von ihm verlangt. Unklar ist, um wen es sich handelt. Schettino hatte die Reederei Costa Crociere bereits vorher beschuldigt, ein riskantes Heranfahren aus Werbezwecken gefordert zu haben.

Die italienische Verbraucherschutzorganisation Codacons will zusammen mit zwei amerikanischen Anwaltsbüros in Miami eine Sammelklage gegen die Reederei und den Mutterkonzern Carnival einreichen. Von dem Gericht in den USA erwarte man eine Entschädigung von mindestens 125.000 Euro pro Passagier, in schweren Fällen sogar mehr als eine Million, teilte der Verband mit. Dieses juristische Vorgehen schließe eine spätere derartige Aktion auch in Italien nicht aus. Codacons hatte in den vergangenen Tagen um italienische und ausländische Kläger geworben.


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