Costa Concordia-Unglück: Schettino sichtlich nervös

17.07.2013 | 08:55
Costa Concordia-Prozess Die 25-jährige Moldawierin Domnica am zweiten Prozesstag. Sie soll sich bei Schettino auf der Brücke aufgehalten haben, als es zu dem Unglück kam.

Verfahren kommt nur schleppend voran

Nach dem Blitzauftakt des Prozesses gegen den Costa Concordia-Kapitän Francesco Schettino ist das Verfahren im italienischen Grosseto nun fortgesetzt worden. Zu Beginn der Verhandlung, an der auch der einzige Angeklagte Schettino teilnahm, hat sich das Gericht zunächst mit Verfahrensfragen beschäftigt. Es soll geprüft werden, ob noch weitere Nebenkläger zugelassen werden. Schettino erschien braun gebrannt und in dunklem Anzug vor Gericht. Unruhig lief er auf und ab, spielte nervös an seinem Handy herum, gestikulierte wild und befreite sich schließlich vom Druck seiner Krawatte. Kapitän Schettino zeigte sich sichtlich nervös.

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Ob die Anwesenheit der 25-jährigen Moldawierin Domnica dabei auch eine Rolle spielt, darüber können die Anwesenden nur spekulieren. Sie soll sich bei Schettino auf der Brücke aufgehalten haben, als es zu dem Unglück kam.

Das Verfahren um die Havarie des Kreuzfahrtriesen mit 32 Toten im Januar 2012 vor der Insel Giglio war in der vergangenen Woche sofort nach Beginn wegen eines Streiks der Anwälte in Italien vertagt worden. Dem 52-Jährigen werden mehrfache fahrlässige Tötung sowie Körperverletzung und Verlassen des Schiffes noch während der Evakuierung vorgeworfen.

Weitere Beschuldigte entgehen wohl einem Prozess

Schettino drohen nach Angaben der Staatsanwaltschaft mehrere Jahre Haft. Sie sieht in ihm den Hauptverantwortlichen für die Katastrophe um das Kreuzfahrtschiff. Seine Verteidiger könnten erneut eine ausgehandelte Strafe - drei Jahre und fünf Monate - für ihren Mandanten beantragen, kündigten sie an. Mit einem Antrag auf eine Einigung ohne Prozess waren sie im Vorverfahren gescheitert. "Schettino ist sicher verantwortlich für seine Handlungen", sagte sein Anwalt Donato Laino. "Aber er kann nicht für die Fehler der anderen geradestehen."

Der 290 Meter lange Luxusliner war in einer Januarnacht im vergangenen Jahr zu nah an die italienische Insel Giglio herangefahren, hatte einen Felsen gerammt und war havariert.

Fünf weitere Beschuldigte und die italienische Reederei Costa Crociere hatten sich in den Voranhörungen mit der Staatsanwaltschaft bereits auf ein Strafmaß beziehungsweise eine Geldstrafe verständigt und entgehen damit voraussichtlich einem Prozess.

Bildquelle: dpa bildfunk