Cyber-Bankräuber erbeuten weltweit 34 Millionen Euro

"Laptops und Internet statt Pistolen und Masken"

Eine Bande von Internet-Bankräubern hat weltweit etwa 34 Millionen Euro (45 Millionen Dollar) erbeutet. Für ihre Raubzüge drangen die Täter zunächst in die Computersysteme von Banken ein. Dann holten sie die ergaunerten Banknoten an Geldautomaten rucksackweise ab. Die New Yorker Polizei hat insgesamt sieben Männer verhaftet, wie das US-Justizministerium mitteilte.

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Zwei der Hacker, die zusammen mit einer Bande rund 34 Millionen Euro erbeutet haben.

Nach Angaben der New Yorker Staatsanwaltschaft knackten die Hacker Sicherheits-Beschränkungen von Lastschriftkarten von zwei Banken aus dem Nahen Osten. Danach gingen sie schnell zu Werk und hoben mit gefälschten Karten allein bei einer Aktion innerhalb von zehn Stunden an Automaten in 24 Ländern 36.000 Mal Geld ab.

Die verhafteten Personen bildeten die New Yorker Zelle einer international aktiven kriminellen Organisation. Offenbar befinden sich die Anführer der Bande außerhalb der USA. Die Anwälte wollten jedoch wegen der laufenden Ermittlungen hierzu keine genauen Angaben machen. "Statt Pistolen und Masken benutzte diese Cyber-Verbrecherbande Laptops und das Internet", erklärte Anwältin Loretta Lynch. Die Hacker hätten mit "chirurgischer Präzision" gearbeitet.

Die sieben Hacker kommen alle aus Yonkers im US-Staat New York. Die erste Festnahme gab es bereits am 27. März, als vorerst letzte wurden zwei Verdächtige am Mittwoch verhaftet. Ein achter Verdächtiger fiel nur Tage zuvor in der Dominikanischen Republik einem Mord zum Opfer.

Täter schlugen zweimal zu

An dem Schlag gegen die New Yorker Zelle war der Secret Service beteiligt, der dem Ministerium für Innere Sicherheit untersteht. Neue Technologien und das rapide Wachstum der Internet-Nutzung hätten die bisherigen Grenzen der Finanzkriminalität eingerissen, sagte ein Beamter des Secret Service. Die Zerschlagung der Zelle zeige aber auch, dass die Ermittlungsbehörden sich inzwischen darauf eingestellt hätten.

Die Täter schlugen den Angaben nach zweimal zu. Im Dezember 2012 waren Guthabenkarten der Kreditkartenfirma MasterCard betroffen, die von der National Bank of Ras Al-Khaimah PSC (Rakbank) in den Vereinigten Arabischen Emiraten ausgegeben wurden. Nach der Manipulation der Kartendaten gab es damit 4.500 Abhebungen an Geldautomaten in etwa 20 Ländern. Der zweite Angriff erfolgte im Februar mit Guthabenkarten von MasterCard, die von der Bank of Muscat in Oman ausgegeben waren. In diesem Fall kam es zu 36.000 Abhebungen in 24 Ländern.


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