Damit christliche Flüchtlingshelfer Weihnachten feiern können: Juden und Moslems springen ein

23.12.2015 | 19:43
Tolle Weihnachtsgeste: Hilfe für die Helfer
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Juden und Moslems entlasten Christen

Tolle Weihnachtsgeste: Hilfe für die Helfer

"Ich bin damit großgeworden, dass Syrien unser Feind ist“

Weihnachten steht vor der Tür – für die meisten Deutschen bedeutet das eine Auszeit mit der Familie. Aber auch über die Weihnachtstage müssen Flüchtlinge versorgt werden und neue werden dazukommen. Viele der freiwilligen Helfer wollen und müssen über Weihnachten mal verschnaufen – doch Ersatz steht bereit.

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In Berlin springen an den christlichen Feiertagen jüdische und muslimische Freiwillige ein. Sie feiern ohnehin nicht und freuen sich, die christlichen Helfer ein wenig entlasten zu können. Eine der jüdischen Helferinnen ist Nina Peretz. Wie 54 weitere jüdische Helfer sortiert sie im ehemaligen Rathaus Wilmersdorf in Berlin Spenden.

Obwohl viele Flüchtlinge aus Ländern kommen, in denen Israel-feindliche Haltungen normal sind, gibt es kaum Spannungen: „Wir sind mit vielen Bewohnern der Unterkunft in Kontakt gekommen und die Reaktionen waren prima, wir haben uns hier wohl gefühlt“, so Peretz.

Der ebenfalls aus Israel stammende Koordinator Dekel Peretz schreibt auf seiner Homepage: "Ich bin damit großgeworden, dass Syrien unser Feind ist – und den meisten Syrern geht es umgekehrt genauso. Jetzt leben wir im gleichen Land und das sollten wir als Freunde tun."

Das christliche Weihnachtsfest bringt Muslime und Juden in Deutschland zusammen

So sieht das auch Ahmad aus Syrien, ein Moslem: Für mich ist das gar kein Problem, sagt er, im Gegenteil: „Wer gut zu mir ist, zu dem will ich besser sein.“ In Wilmersdorf werden die Helfer mit den Flüchtlingen feiern, 300 Geschenke sind schon eingepackt. Und Nina Peretz wird vielleicht sogar mit ihrem hebräischen Chor singen.

So bringt das christliche Weihnachtsfest Muslime und Juden in Deutschland zusammen – echte Nächstenliebe zum Fest. Und auch viele Muslime packen jetzt mit an, damit die Christen feiern können. Schwierig könnte es für einige Flüchtlinge in Berlin dennoch werden: zwar war zuletzt wenig los beim Landesamt für Soziales (Lageso), aber wenn es über die Feiertage geschlossen ist, könnten hier viele Neuankömmlinge ohne Unterkunft stranden.