Daniela Schadt: "Hochzeit aus protokollarischen Gründen wäre nicht richtig"

Kritiker forderten Ende der 'wilden Ehe'

Kaum stand Joachim Gauck als Kandidat für die Bundespräsidentenwahl fest, wurde über seine 'wilde Ehe' debattiert. Politiker forderten, Gauck solle seine langjährige Lebensgefährtin Daniela Schadt heiraten, bevor er mit ihr im Schloss Bellevue Einzug hält. Doch das Paar dachte gar nicht daran.

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Daniela Schadt und Joachim Gauck sind seit 2000 ein Paar.
Seit dem Jahr 2000 sind Daniela Schadt und Joachim Gauck ein Paar. © dpa, David Ebener

"Nur aus protokollarischen Gründen zu heiraten, das fände ich auch nicht richtig", sagte Schadt der 'Bild am Sonntag'. Der 72 Jahre alte Theologe und Bürgerrechtler ist seit 1959 mit Gerhild Gauck verheiratet und hat mit ihr vier Kinder. Seit 1991 leben sie getrennt. Seit dem Jahr 2000 sind Gauck und Schadt ein Paar.

"Nachdem nicht nur Jochen und ich, sondern die ganze Familie mit unserer Regelung gut leben können, kann vielleicht auch der Rest der Gesellschaft damit leben", sagte Schadt. Sollte es doch einmal ein protokollarisches Problem bei einer Reise geben, weil der Bundespräsident und seine First Lady nicht verheiratet sind, "dann erkenne ich das natürlich an und komme nicht mit".

Aus seinem Status als Verheirateter ziehe ihr Lebenspartner - "der Jochen", wie sie ihn gern nennt, keine steuerlichen Vorteile, sagte die 52-Jährige. "Ehegattensplitting gibt es nicht, und das finde ich dann auch in Ordnung."

Schadt will sich sozial engagieren

Wo das Präsidentenpaar künftig leben wird, ist nach den Worten Schadts noch nicht entschieden: "Nicht im Schloss, das geht gar nicht mehr. Es gibt eine Dienstvilla in Dahlem, aber die habe ich bislang noch gar nicht gesehen. Wahrscheinlich macht es Sinn, dass wir die nutzen. Denn für unsere Nachbarn in Schöneberg ist es nicht besonders lustig, dass sie durch die Sicherheitsvorkehrungen nicht mehr vorm Haus parken können."

Die gelernte Journalistin kündigte an, die Tradition der bisherigen Präsidentengattinnen fortführen und sich sozial engagieren zu wollen. "Natürlich werde ich Jochen auch auf einem Teil seiner Reisen und Termine begleiten, aber wie oft es sein wird, hängt von meinem eigenen ehrenamtlichen Engagement ab, das ich mir aufbauen möchte." Für was genau sie sich einsetzen will, wolle sie in den nächsten Wochen entscheiden.