Darum brauchen wir die Impfpflicht: Impfgegner gefährden Menschenleben

Eine Impfpflicht könnte Leben retten.
Kinderkrankheiten wie Masern sind eben kein Kinderkram - eine Impfpflicht könnte helfen, © Getty Images, urbancow

Gesetze in Deutschland greifen zu kurz

Italien geht mit gutem Beispiel voran und setzt seit diesem Schuljahr die Impfpflicht für Erstklässler durch. Und in Deutschland? Gibt es mittlerweile ein "verschärftes" Impfgesetz – das aber immer noch viel zu kurz greift: Kitas müssen Mutter und Vater beim Gesundheitsamt melden, wenn diese nicht zur vorgeschriebenen Impfberatung gehen. Doch unwillige Eltern zu verpetzen reicht nicht: Eine Impfpflicht muss her. Denn egoistische Impfgegner gefährden Menschenleben.

Ein Kommentar von Marlena Busch

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Impfpflicht könnte gefährliche Masern stoppen

Es ist höchste Zeit, dass Deutschland dem Beispiel Italiens folgt. Denn Kinderkrankheiten wie etwa Masern sind eben kein Kinderkram. Was niedlich und harmlos klingt, ist gefährlich und gehört zu den ansteckendsten Krankheiten überhaupt. Masernviren können das Gehirn befallen und zu lebenslanger Behinderung oder sogar zum Tod führen. Durchschnittlich einer bis drei von 1.000 Erkrankten stirbt an den Masern. Doch 70.000 Kleinkinder in Deutschland sind nicht dagegen geimpft.

Doppelzüngige Argumente gegen die Impfflicht

Wer sich weigert, seine Kinder pieksen zu lassen, setzt nicht nur deren eigene Gesundheit aufs Spiel: Egoistische Impfgegner gefährden das Leben von Säuglingen, die noch zu jung sind, um gegen Masern geimpft zu werden und von Mitmenschen, die für eine Impfung zu krank oder geschwächt sind.

Ein Argument der Verweigerer lautet: "Eine Impfpflicht würde meine Persönlichkeitsrechte verletzen." Doch das ist heuchlerisch: Was ist mit den Rechten derer, die gar nicht die Chance haben, sich impfen zu lassen? Sie sind darauf angewiesen, dass alle anderen die wichtigen Spritzen bekommen. Nur so entsteht ein flächendeckender Schutz für alle. Wer sich nicht anstecken kann, verhindert, dass sich Erreger ausbreiten. Durch diese Herdenimmunität konnten Krankheiten wie Kinderlähmung oder Pocken, die früher zehntausende Opfer forderten, nahezu vollständig ausgerottet werden.

Sollte die Impfpflicht kommen?

Tolerierbare Nebenwirkungen versus Menschenleben

Aber gegen diese einfache Formel sind einige Eltern offenbar immun: Sie wollen die körperliche Unversehrtheit ihrer Kinder schützen oder haben Angst vor unkalkulierbaren Nebenwirkungen. Natürlich lässt sich nie zu 100 Prozent ausschließen, dass Impfstoffe Nebenwirkungen haben. Doch zum einen sind die allermeisten harmlos. Zum anderen ist längst nachgewiesen, dass die These, dass Impfungen Autismus auslösen könnten, auf gefälschten und manipulierten Daten beruhte – also auf einer Lüge. Dennoch glauben erschreckend viele Eltern bis heute diesen Mythos.

Sie sind nicht allein auf der Welt

Immerhin: Für Eltern, die heute die Impfberatung schwänzen, kann es teuer werden. Sie müssen mit Geldstrafen von bis zu 2.500 Euro rechnen. In einigen Bundesländern wird nicht geimpften Kindern auch der Kita-Platz verweigert.

Das Problem: Die meisten Impfgegner sind vermutlich ohnehin beratungsresistent. Mit ihrem Verhalten vergessen sie allerdings, dass sie nicht allein auf der Welt sind. Impfungen sind ein Dienst an der Gemeinschaft! Deshalb hilft nur die Pflicht, dass Kinder gegen Krankheiten wie Diphterie, Kinderlähmung und Masern die lebenswichtigen Spritzen bekommen. Wer seine Kinder impft, tut das Richtige und hilft dabei, Krankheiten für immer auszurotten.