Das ewige Warten auf Lesbos: So leiden Flüchtlinge in den Lagern

Das ewige Warten auf Lesbos
Das ewige Warten auf Lesbos Insel der Flüchtlinge 00:02:27
00:00 | 00:02:27

Lager sind überfüllt

Das Flüchtlingsabkommen der EU mit der Türkei ist ein gutes Jahr alt, die Balkanroute ist seitdem dicht. Noch immer aber kommen Flüchtlinge über die Türkei auf die griechischen Inseln. Im Schnitt sind es gut 30 Migranten täglich, in diesem Jahr kamen bisher also etwa 3.000 in die ohnehin völlig überfüllten Lager. RTL-Reporterin Pia Schrörs war auf Lesbos und zeigt, mit welchen Hoffnungen und Ängsten die Flüchtlinge dort leben.

- Anzeige -

"Haben wir keine Zukunft mehr?"

Die menschliche Leidensfähigkeit tausender Flüchtlinge und Migranten auf der Insel Lesbos wird bis aufs Äußerste belastet. "Hätten wir warten sollen, bis sie uns auch umbringen?", fragen sich die Menschen auf ihrer Flucht nach Europa. "Wo ist die EU? Haben wir keine Zukunft mehr?"

Griechenland ist mit der Situation überfordert. Der Flüchtlings-Deal mit der Türkei wälzte alle Asylverfahren der hier Gestrandeten auf Griechenland ab. "Wie werden gezwungen, Menschenrechte zu verletzten", sagt ein freiwilliger Helfer.

"Ich wünsche mir nur ein Leben in Frieden"

Flüchtlinge sitzen in dem Flüchtlingscamp Moria auf der griechischen Insel Lesbos hinter einem Zaun. Moria gilt als einer der größten Flüchtlings-Hotospots in Griechenland.
2.500 Flüchtlinge hausen auf Lesbos auf unabsehbare Zeit und ohne Informationen über ihren Verbleib. © DPA

Hilfsorganisationen sprechen von einem dramatischen Anstieg an Selbstmordversuchen und Selbstverstümmelung. Darunter sind auch Kinder und Jugendliche, die unter der Ungewissheit und der endlos zu scheinenden Misere leiden. Frustration entlädt sich in Form von Gewalt, Frauen und Kindern droht sexueller Missbrauch. 

"Ich wünsche mir nur ein Leben in Frieden", sagt ein junger Flüchtling aus Pakistan. Doch solche Träume scheinen auf Lesbos weit entfernt.