"Das ist Mord durch den Staat" - Berlinerin (67) stirbt nach Zwangsräumung

67-Jährige konnte Miete nicht zahlen

Das Schicksal einer Berlinerin löst heftige Proteste aus: Weil sie mit der Miete im Rückstand war, musste die 67-Jährige ihre Wohnung verlassen. Zwei Tage später starb die Frau in einer Notunterkunft. Ein Arzt hatte ihr einen kritischen Gesundheitszustand attestiert, doch das reichte offenbar nicht, um sie vor der Zwangsräumung zu bewahren.

- Anzeige -
Zwangsräumungen Berlin Frau tot
Heftige Proteste in Berlin: Eine schwerkranke Frau starb nachdem ihre Wohnung zwangsgeräumt wurde. © dpa, Florian Schuh

Wie die 'Berliner Zeitung' (BZ) berichtet, fanden Mitbewohner der 'Kälte Nothilfe' die 67-Jährige am vergangenen Donnerstag tot in ihrem Zimmer. Die Stiftung im Berliner Stadtteil Wedding hatte der Frau nach dem Verlust ihrer Wohnung Unterschlupf gewährt.

Der Initiator der Einrichtung, Zoltan Dominic Grasshoff, äußerte sich in einem Youtube-Video fassungslos über den Tod der Frau: "Das ist Mord durch den Staat!", sagte er und ruft zum Handeln auf. Die 67-Jährige habe nach der Zwangsräumung ihrer Wohnung gesundheitlich "rapide abgebaut". Während eines Spaziergangs, so Grasshoff, habe sie mehrmals erbrochen.

Attest von schwerkranker Frau reichte nicht

Zuvor schon sollte die Wohnung der Frau geräumt werden, berichtet 'Spiegel Online'. Knapp 200 Demonstranten hätten damals gegen die Zwangsräumung der Wohnung protestiert. Tatsächlich sollte der Gesundheitszustand der 67-Jährigen genauer geprüft werden. Nach Angaben der 'BZ' litt die Frau unter den Folgen einer Herz-Operation und einem Bruch an der Wirbelsäule. Da ihr Attest jedoch nicht fachärztlich war, so 'Spiegel', blieb der Frau die Räumung nicht erspart.

Der Tod der Berlinerin heizt die Proteste rund um Zwangsräumungen in der Hauptstadt weiter an. Das Bündnis 'Zwangsräumung verhindern', dem auch Notunterkunft-Initiator Grasshoff angehört, habe eine Trauerkundgebung vor ihrer geräumten Wohnung angekündigt, berichtet der 'Spiegel'.

Auch Politiker zeigten sich bestürzt. "Das muss Anlass sein, die Maßstäbe bei Zwangsräumungen zu überdenken", twitterte der SPD Abgeordnete Lars Oberg laut 'BZ'. Desweiteren sei ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden um die Todesursache zu klären. Die Polizei gehe aber von einem natürlichen Tod aus.


- Anzeige -