Das Trauma nach den Attentaten

Trauer brennt sich in die Herzen der Norweger

Auch eine Woche nach der schweren Katastrophe in Oslo und Utøya sind die Menschen in Norwegen erschüttert. Denn es ist sind die Bilder, die auch nach Tagen berühren. Die Trauer über das Unbegreifliche hat sich tief in die Herzen der Norweger gebrannt. Bei Freunden und Angehörigen genauso wie bei Einsatzkräften und den Überlebenden der Attentate.

- Anzeige -
Norwegische Zeitung listet Opfer
Der Tod bekommt immer mehr Gesichter: Eine norwegische Zeitung listet im Internet die Namen und Bilder von den Opfern der Anschläge auf. © unbekannt

Doch ein derart traumatisches Ereignis verarbeitet jeder anders: Manche leiden still. Andere lassen ihrem Schmerz freien Lauf. Auf viele von ihnen kommt jedoch eine lange Zeit in psychologischer Betreuung zu, damit sie in ein halbwegs normales Leben zurückfinden können.

Opfer bekommen ein Gesicht

Nun bekommt der Tod immer mehr Gesichter. Gesichter von jungen Menschen, deren Leben noch am Anfang stand, Gesichter von Teenagern, die Norwegens Zukunft mitgestalten wollten, denn eine norwegische Zeitung listete im Internet die Namen und Bilder von den Opfern der Anschläge auf.

Als erste musste Monica Bøsei sterben. Die 45-Jährige organisierte die Zeltlager seit vielen Jahren, kam gemeinsam mit dem Killer in einem Boot auf die Insel. Sie hatte sich noch mit ihm unterhalten. Kaum waren sie auf Utøya angekommen, erschoss Breivik die zweifache Mutter, die eine Bekannte von Ministerpräsident Jens Stoltenberg war.

Dann war da der 14-Jährige Johannes Buø, ein begeisterter Fußballspieler. Auch dem Teenager, der extra für das Camp aus Spitzbergen angereist war, ließ Breivik keine Chance. Ein echter Held ist Gunnar Linaker. Der 23-Jährige, der zu den Campleitern gehörte, warf sich schützend vor die Kinder, als der Killer auf sie feuerte. Gunnars Vater hat sich schon dafür ausgesprochen, das Camp der norwegischen Jung-Sozialisten unbedingt zu erhalten.

Unter den Toten ist auch ein hoffnungsvoller Nachwuchspolitiker. Tore Eikeland, 21 Jahre, wurde von Stoltenberg im Gedächtnisgottesdienst im Osloer Dom ein "talentierter Jungpolitiker" genannt. Landesweit bekannt war auch der 19-jährige Ismail Haji Ahmed, besser bekannt als Isma Brown. Er nahm erfolgreich an der Show 'X-Factor' in Norwegen teil. Sein Bruder war auch in dem Camp - und überlebte das Inferno.