Das Warten geht weiter: Polarschiff noch immer eingeschlossen

Abwarten und Tee trinken

Die Rettung schien zum Greifen nahe, als die Menschen an Bord der 'MV Akademik Shokalskiy' am Horizont einen chinesischen Eisbrecher sahen. Doch nun die enttäuschende Ernüchterung: Der chinesische Eisbrecher 'Snow Dragon' kann das im Polareis eingeschlossenes Forschungsschiff mit Wissenschaftlern und Touristen an Bord nicht erreichen.

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Rettung auf Eis gelegt
Die Besatzung der 'MV Akademik Shokalskiy' muss wohl oder übel noch länger ausharren und auf Hilfe warten. © picture alliance / AP Images, Chris Turney

Eine Sprecherin der australischen Behörde für Seesicherheit (Amsa) sagte, das Eis sei zu dick. Aus Sicherheitsgründen sei der Rettungsversuch nicht fortgesetzt worden.

Der Eisbrecher sei bis auf sechseinhalb nautische Meilen an die 'MV Akademik Shokalskiy' herangekommen. Dann war Schluss. Auch das ein französischer Eisbrecher bis zu dem Schiff vordringen könnte, der sich ganz in der Nähe befinde, sei unwahrscheinlich. Er ist rund zwölf nautische Meilen (etwa 22 Kilometer) entfernt. Mit der Ankunft eines australischen Antarktis-Versorgungsschiff ist ebenfalls nicht vor Sonntag zu rechnen. Da heißt es nur weiter abwarten und hoffen.

Ungeachtet dessen scheint die Stimmung an Bord jedoch ausgezeichnet zu sein. Dies legen zumindest die via Twitter gesendeten Nachrichten Turneys nahe. "Ein wunderbarer Blick, alles gut hier", heißt es darin beispielsweise. "Im Eis stecken bleiben - das ist fast wie bei den frühen Entdeckern", teilte er weiter mit. Trotz der Verzögerung bleibt es beim vorgesehenen Zeitplan. Die 'Shokalskiy' soll am 6. Januar in Bluff in Neuseeland wieder anlegen.

Das Forschungsschiff sitzt seit dem 1. Weihnachtstag im Eis rund 2.800 Kilometer südlich von Hobart fest. An Bord sind nach Angaben der Behörde 74 Menschen. Darunter sind 26 Touristen, die mit Klimaforscher Chris Turney und Kollegen auf den Spuren eines Polarforschers unterwegs sind, der die Region vor 100 Jahren erkundete.


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