De Maizière in Afghanistan: Keine Garantie auf Erfolg

Weihnachtsbesuch am Hindukusch

Kurz vor Heiligabend hat Verteidigungsminister Thomas de Maizière die Bundeswehrsoldaten in Afghanistan besucht. Er landete am frühen Mittwochmorgen in Kundus und dankte dort den Soldaten für ihren gefährlichen Einsatz. "Ich bin gekommen, um Ihnen meinen persönlichen Respekt zu zollen für die Erfüllung des Auftrags", sagte de Maizière. Zwar sei der Afghanistan-Einsatz in der Bevölkerung umstritten, aber nicht die Leistungen der Soldaten.

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Weihnachtsbesuch am Hindukusch
Respekt: De Maizière dankt deutschen Soldaten in Kundus und Massar-i-Sharif © dpa, Michael Kappeler

Anschließend flog der Verteidigungsminister bei seinem bereits vierten Afghanistanbesuch weiter nach Massar-i-Sharif. Der Blitzbesuch in Afghanistan kurz vor Weihnachten war wie immer aus Sicherheitsgründen bis zuletzt geheim gehalten worden. Vor einer Woche hatte das Bundeskabinett ein neues Mandat für den Afghanistan-Einsatz beschlossen.

Damit wird der Abzug der Truppen eingeleitet. Mit Beginn des neuen Mandates Anfang Februar sollen nur noch 4.900 deutsche Soldaten am Hindukusch stationiert sein, bisher waren es bis zu 5.350. Bis Anfang 2013 soll die Truppe sogar bis auf 4.400 Soldaten verkleinert werden. Am 26. Januar 2012 will der Bundestag über das Mandat abstimmen.

"Viele unterschätzen, wie kompliziert ein Abzug ist"

Die gefährlichste Mission der Bundeswehr kostete bisher 52 Soldaten das Leben. Bislang stellt Deutschland hinter den USA und Großbritannien das drittgrößte Kontingent in der Internationalen Afghanistan-Schutztruppe Isaf.

Ende 2014 werden nach jetziger Planung gar keine deutschen Kampftruppen mehr in Afghanistan sein. Allerdings wird sich die Bundeswehr voraussichtlich weiterhin an der Ausbildung afghanischer Soldaten beteiligen.

Bei aller Erleichterung, dass der Afghanistaneinsatz sich dem Ende neigt, warnt der Minister: "Viele unterschätzen, wie kompliziert ein Abzug ist: Der technische Vorgang eines Abzuges und die politischen Bedingungen dafür zu schaffen, dass nach dem Abzug nicht alles umsonst war, weswegen Sie hier waren", sagte de Maizière.

Während de Maizières Besuch wurden im Osten Afghanistans fünf Soldaten der Internationalen Schutztruppe Isaf bei einem Sprengstoffanschlag getötet. Das teilte die Nato-geführte Schutztruppe mit. Es soll sich um polnische Solaten handeln. Es ist der verlustreichste Anschlag für die Isaf seit Ende Oktober, als 13 Angehörige der Schutztruppe in Kabul getötet wurden.


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