Deal mit Gericht: Kinderschänder kommt frei

Der Tatort: Gleich neben Andreas S.' Tochter wohnt deren Freundin. Trotz des Missbrauchs darf der Kinderschänder hier weiter ein und aus gehen.
Der Tatort: Gleich neben Andreas S.' Tochter wohnt deren Freundin. Trotz des Missbrauchs darf der Kinderschänder hier weiter ein und aus gehen.

Freundin seiner Tochter missbraucht

Im Namen des Volkes sollen deutsche Gerichte Urteile fällen. Für Kopfschütteln und Empörung bei vielen Menschen sorgt dagegen jetzt dieses Urteil aus Dresden: Dort wurde ein Kinderschänder freigelassen, der eine Vierjährige missbrauchte und Kinderpornobilder besaß. Der Mann wurde lediglich zu einer Bewährungsstrafe von 22 Monaten verurteilt. Sein Anwalt hatte mit der Richterin und Staatsanwältin einen Deal ausmachen können.

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Andreas S. verging sich beim Spielen an der vierjährigen Freundin seiner Tochter. Ins Gefängnis kommt er für sein Verbrechen nicht. "Während des Spiels kam es dazu, dass der Angeklagte dem Kind die Augen verbunden hat und dann im Spiel seinen Penis in den Mund des Kindes eingeführt hat", erläutert Lorenz Haase von der Dresdner Staatsanwaltschaft die Tat.

Als die Tat herauskam und Andreas S. in Untersuchungshaft landete, gestand er schnell. Und für dieses Geständnis handelte der Anwalt bei der Justiz Strafnachlass aus. Jetzt kam er auf Bewährung frei. Haase verteidigt diese Entscheidung des Gerichts. "Aufgrund des Geständnisses brauchen die Kinder nicht geladen werden, dass blieb Ihnen erspart, von daher ist das Gericht von einem minderschweren Fall ausgegangen", so Haase.

'Weißer Ring' kritisiert Vorgehen

Im Strafgesetz sind diese 'Rechtsgespräche' genannten Deals erst seit kurzem zugelassen. Dass auch Kinderschänder davon profitieren, ist für viele Menschen schwer zu verstehen. Auch die Opferschutzorganisation 'Der weiße Ring' hält Bewährungsstrafen für verurteilte Kinderschänder für falsch. "Kindesmissbrauch ist ein fürchterliches Verbrechen und muss konsequent geahndet werden", so Helmut Rüster von der Organisation. "Da darf es kein Pardon für die Täter geben."

Nach dem milden Urteil bekommt Andreas S. weiter Gelegenheit, das Opfer und seine Familie zu demütigen: Dem Kinderschänder sprach das Gericht ein Besuchsrecht bei seiner Tochter zu, die weiter Tür an Tür mit ihrer missbrauchten Freundin lebt.


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