Demografie-Strategie: 'Jedes Alter zählt'

25.04.2012 | 14:59
Demografie-Strategie: 'Jedes Alter zählt' Innenminister Hans-Peter Friedrich (CDU) hat im Kabinett die Demografie-Strategie der Regierung vorgelegt.

Regierung will der Vergreisung Herr werden

Innenminister Hans-Peter Friedrich hat im Kabinett die Demografie-Strategie der Regierung vorgelegt. Die Strategie 'Jedes Alter zählt' beinhaltet Vorschläge, wie Deutschland künftig die Chancen und Potenziale des demografischen Wandels nutzen kann, um Wachstum und Wohlstand langfristig zu sichern.

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Darin ist unter anderem vorgesehen, Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Elternhäusern zu fördern und vermehrt Fachkräfte nach Deutschland zu holen. Familie und Beruf sollen besser vereinbart werden können. Zugleich sollen Pflegeangebote für die wachsende Zahl älterer Menschen verbessert werden. Damit die Renten auch weiterhin sicher sind, soll der Bund seine strikte Sparpolitik einhalten. Die Strategie fasst bereits seit längerem bekannte Vorhaben der verschiedenen Ministerien zusammen.

Kanzlerin Angela Merkel forderte die Menschen zum Zusammenhalt auf. Alte und junge Menschen, Familien und Alleinstehende, Gesunde und Kranke, Einheimische und Zugewanderte: "Überall müssen wir schauen, dass die Gesellschaft nicht auseinanderdriftet", mahnte die CDU-Vorsitzende. Der veränderte Altersaufbau der Gesellschaft wirke sich auf alle Lebensbereiche aus. "Alle müssen sich auf eine ältere und zahlenmäßig kleinere Erwerbsbevölkerung einstellen."

SPD: statt Strategie nur heiße Luft

Im Idealfall sind viele Junge für wenige Alte zuständig, doch sieht die Altersstruktur der deutschen Gesellschaft völlig anders aus. Die geburtenstarken Jahrgänge der 1960er Jahre gehen heute auf die 50 zu. Derzeit gibt es in Deutschland fast 50 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter. Doch bis zum Jahr 2030 werden es fast 7 Millionen weniger sein, die dazu immer mehr Lasten schultern müssen.

Mussten 1995 noch vier Erwerbstätige einen Rentner finanzieren, waren es 2010 nur noch drei und 2030 werden lediglich zwei Berufstätige für einen Rentner aufkommen müssen.

Im Mittelpunkt stehen dabei die Lebensbereiche, in denen die Menschen die Auswirkungen des demografischen Wandels ganz unmittelbar und am stärksten erfahren. Die Handlungsfelder der Strategie lauten:

Für die SPD sind die Pläne nur heiße Luft. "Die angebliche Demografie-Strategie der Bundesregierung ist weder neu noch strategisch. Sie ist nur ein Potpourri längst bekannter Regierungspläne. Vieles davon ist banal", sagte die Sozialexpertin, Anette Kramme. Natürlich brauchten Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern mehr Förderung. Leider äußere sich die Bundesregierung nicht dazu, wie genau sie fördern wolle.

Bildquelle: dpa bildfunk