Der Müll im Stockholmer Untergrund

Einfach und lautlos

Im Stockholmer Stadtteil Hammarby-Sjöstad wirft man seinen Abfall einfach in eine von drei verschiedenen Röhren, jeweils eine für Papier, Bio- und Restmüll. Alles andere erledigt eine Art unterirdischer Staubsauger.

Jonas Törnblom vom Mülltransportsysteme erklärt: "Der Abfall gelangt, wenn er eingeworfen wird, jeweils auf ein Ventil und wird dort zwischengespeichert. Zweimal am Tag wird dann entleert. Und die Entleerung geschieht durch die Erzeugung eines Luftdruckes."

So gelangt der Müll dann unterirdisch in eine bis zu bis zu einen Kilometer entfernte Sammelstation. Flächendeckend installiert, kostet der Anschluss jedes Haushalts rund 1.500 Euro, dafür sinken aber die Kosten für die Müllabfuhr, die nur noch einmal pro Woche eine Adresse anfahren muss. Das Wohnviertel selbst bleibt LKW-frei.

Technisch wäre das Müllsystem auch in Deutschland umsetzbar. Die Forschung an der Uni Bochum geht sogar noch weiter: Transportkapseln sollen irgendwann achterbahnartig Euro-Paletten unterirdisch verschicken. Frisches Obst vom Großmarkt zum Beispiel könnte direkt ins Restaurant transportiert werden. Denn Prof. Dr. Dietrich Stein von der Ruhr-Universität Bochum weiß: "Wir müssen in den Untergrund gehen, weil wir oben keinen Platz mehr haben."


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