Deutsche Geschichte: Mangelhaft für Schüler

27.06.2012 | 19:22
Allgemeinwissen, Studie zum Geschichtswissen deutscher Schüler Für die Untersuchung wurden knapp 7.500 Neunt- und Zehntklässler aus fünf Bundesländern befragt. Photo: Symbolbild.

Erschreckendes Studienergebnis

Zwischen einer Demokratie und einer Diktatur gibt es grundlegende Unterschiede. 40 Prozent der deutschen Neunt- und Zehntklässler kennen diese nicht. Das ergab eine Studie der Freien Universität Berlin. Erschreckend – findet auch Studienautor Klaus Schroeder. "Die Geringschätzung historischen Wissens schlägt hier voll durch. Aber ohne Kenntnisse keine Kompetenzen." Für die Untersuchung wurden knapp 7.500 Neunt- und Zehntklässler aus fünf Bundesländern befragt.

- Anzeige -

Lediglich die Hälfte der Schüler ordnet den NS-Staat zweifelsfrei als Diktatur ein, in Bezug auf die DDR macht dies sogar nur etwas mehr als ein Drittel. Umgekehrt bezeichnet nur rund die Hälfte der Schüler die alte Bundesrepublik als Demokratie, nur rund 60 Prozent sind es für das wiedervereinigte Deutschland.

Schlusslicht ist Nordrhein-Westfalen

Am besten schnitten die Schüler aus Thüringen und Sachsen-Anhalt ab, am schlechtesten die aus Nordrhein-Westfalen. Berlin und Brandenburg, die bei einer Vorgängeruntersuchung zum DDR-Wissen sehr schlecht abgeschnitten hatten, hatten nicht erneut mitgemacht.

Schon die Vorgängeruntersuchung von 2007 zum DDR-Wissen der Schüler in Ost und West hatte für einigen Wirbel gesorgt: Im Westen interessierte man sich kaum für die DDR, im Osten war das Bild bei vielen beschönigend verklärt, kam dabei heraus. Dieses Mal ging das Forscherteam noch weiter und befragte die Jugendlichen auch zu ihrem Wissen über NS-Zeit, alte Bundesrepublik und wiedervereinigtes Deutschland. Das Ergebnis: wenig besser.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann sagte zu dem aktuellen Studienergebnis: "Es muss alle Verantwortlichen in Deutschland wachrütteln." Er forderte die Länder auf, ihren Beitrag in den Schulen deutlich zu verstärken.

Bildquelle: dpa bildfunk