Deutsche haben Probleme mit der Mathematik

29.05.2013 | 15:50
Um die Mathekenntnisse der Deutschen ist es nicht allzu gut bestellt, eragb eine Studie. Um die Mathekenntnisse der Deutschen ist es nicht allzu gut bestellt.

"Eine lebensnahe Mathematik findet in der Schule nicht statt"

Wie gut rechnen die Deutschen eigentlich und können sie ihre mathematische Kompetenz in Alltagssituationen erfolgreich anwenden? Erstmals gibt eine repräsentative Studie Auskunft über die Leistungsfähigkeit erwachsener Deutscher im Fach Mathematik. Die Forsa-Umfrage, die die Wochenzeitung 'Die Zeit' gemeinsam mit der Stiftung Rechnen in Auftrag gegeben hat, deckt zahlreiche Mängel auf, obwohl die Aufgaben überwiegend das Niveau der 8. Klasse nicht überschritten.

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So konnte nur die Hälfte der Befragten abschätzen, wie viele Eimer Farbe sie zum Streichen eines vorgegebenen Kellerraums braucht. Nur 28 Prozent der Deutschen kann errechnen, wie sich eine geänderte Geschwindigkeit auf die Fahrtzeit auswirkt. Ein Drittel der Befragten war nicht in der Lage, von den prozentualen Zusammensetzungen eines Müslis auf den absoluten Gehalt an Nüssen zu schließen. Solche Defizite bei der Prozentrechnung könne beispielsweise im Zusammenhang mit Aktien zu deutlichen Fehleinschätzungen führen, so die Studie.

Da für die Rechenkompetenz maßgeblich der Matheunterricht verantwortlich ist, nehmen die Wissenschaftler die Schulen in die Pflicht: "Die Schule übt oft nur Rechenprozesse, eine lebensnahe Mathematik findet in der Schule nicht statt", so Professor Anselm Lambert von der Universität Saarbrücken.

Insgesamt wurden 1.027 Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren mithilfe eines bevölkerungsrepräsentativen Panels befragt. 30 Aufgaben mit Alltagsbezug waren zu lösen, überwiegend nicht über dem Niveau der 8. Klasse. Das Fazit von Johannes Friedemann, geschäftsführender Vorstand der Stiftung Rechnen: "Gute Rechner haben mehr vom Leben. Das müssen wir ins Bewusstsein der Menschen bringen.“

Bildquelle: deutsche presse agentur