Deutsche werden immer älter und weniger

Der demographische Wandel ist unumkehrbar

Deutschland steht vor einer 'grauen' Zukunft: Die Bevölkerung wird immer älter, sie wird zudem immer kleiner, denn die Geburtenrate ist in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich gesunken. Diese Entwicklung ist auf absehbare Zeit unumkehrbar, die sogenannte Alterspyramide kippt. Der demographische Wandel beschäftigt uns bereits heute ganz konkret. Die Auswirkungen sind überall zu spüren: Rentenversicherung, Gesundheit, Steuern und Abgaben, Arbeitskosten oder Bildung.

Schrittweise wird das Lebensarbeitsalter heraufgesetzt, die Rente mit 67 ist vermutlich noch nicht das Ende der Fahnenstange. Unlängst forderten die fünf Wirtschaftsweisen eine weitere Anhebung des gesetzlichen Rentenalters. Im Jahr 2045 werde vermutlich ein Renteneintrittsalter von 68, im Jahr 2060 dann von 69 Jahren erforderlich sein, hieß es in einem Gutachten mit dem Titel "Herausforderungen des demografischen Wandels". Zudem müssten mehr Frauen arbeiten, und die Zuwanderung von qualifizierten Arbeitskräften könne ebenfalls Entlastung bewirken.

Besonders dramatisch sind die Folgen im Bereich Altenpflege. Dort werden sich die Kosten einer Studie zufolge bis 2050 mindestens verdoppeln. Wegen wachsenden Pflegebedarfs für Senioren fordert die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) den Umbau von Pflegesystemen in den Industrieländern. Aus der im Mai veröffentlichten Studie 'Help Wanted?' zur Langzeitpflege geht beispielsweise hervor, dass in Deutschland die Pflegekosten von derzeit rund 1,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes auf bis zu 2,7 Prozent in den kommenden 40 Jahren steigen. Schon heute ist in Deutschland gut jeder 30. Mensch auf dauerhafte Pflege im Alter angewiesen.

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Betriebe stellen sich auf Ältere ein

Eine steigende Lebenserwartung, nachlassende familiäre Bindungen und mehr berufstätige Frauen führen laut OECD dazu, dass Pflegekapazitäten in den kommenden Jahrzehnten knapp werden könnten. "Besonders kritisch wird es für Deutschland, das im Jahr 2050 zu knapp 15 Prozent von Menschen bewohnt sein wird, die älter sind als 80." Derzeit seien es etwa fünf Prozent. Deutschland habe den größten Druck durch die Alterspyramide.

Unter Experten ist unstrittig, dass die Bevölkerung in Deutschland altern und zahlenmäßig stark zurückgehen werde, heißt es in dem Gutachten der Wirtschaftsweisen. Sollten Zuwanderungen und Abwanderungen sich die Waage halten, werde Deutschland im Jahr 2060 fast 24 Millionen Einwohner weniger haben als derzeit.

Wie auch immer die Alterspyramide sich entwickelt, eines steht fest: Die Deutschen müssen in Zukunft länger arbeiten. Viele Betriebe haben sich schon darauf eingestellt, bieten spezielle Maßnahmen und Programme für ältere Mitarbeiter an.