Deutsche wieder häufiger krank

2009 waren die Arbeitsplätze der Kassenmitglieder krankenheitsbedingt mehr als zwei Wochen verwaist. 2009 waren die Arbeitsplätze der Kassenmitglieder krankenheitsbedingt mehr als zwei Wochen verwaist.

Psychische Leiden häufig die Ausfallursache

Ist es das schlechte Wetter? Zufall? Haben die Deutschen ihre Krankheiten verschleppt oder Operationen aufgeschoben? War die Belastung in den Krisenzeiten zu hoch? Oder ist es vielleicht doch die Einstellung: Jetzt, wo es wieder gut läuft, kommt die Firma auch mal ohne mich klar? Fakt ist: Die Deutschen feiern wieder häufiger krank.

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Von Januar bis September lag der Krankenstand im Monatsschnitt bei 4 Prozent, in den ersten neun Monaten des Krisenjahrs 2009 waren es noch 3,9 Prozent, berichtet der Bundesverband der Betriebskrankenkassen. Im Jahr zuvor lag die Quote von Januar bis September bei 3,8 Prozent, 2007 sogar nur bei 3,7 Prozent. Im Schnitt fehlten die Kassenmitglieder 2009 krankheitsbedingt an 14,7 Tagen, fast einen Tag mehr als im Vorjahr.

Alarmierend ist der Trend, dass Arbeitnehmer immer häufiger wegen psychischer Leiden ausfallen. Nach Informationen der Krankenkassen ist die Zahl dieser Erkrankungen doppelt so hoch wie noch vor 20 Jahren. Mehr als jeder 10. Arbeitsunfähigkeitstag (exakt 11 Prozent) hatte 2009 seine Ursache in einer psychischen Störung.

Beim Krankenstand handelt es sich um den Anteil der Krankgeschriebenen. Die Zahlen beruhen auf den Daten von 5,6 Millionen bei den Betriebskrankenkassen versicherten Arbeitnehmern und lassen laut BKK Verband repräsentative Rückschlüsse auf alle Arbeitnehmer zu.

Bei körperlich schweren Tätigkeiten wie in Bau- und Metallberufen oder bei Reinigungskräften ist der Krankenstand höher, besonders oft ist hier die Altersgruppe der über 55-Jährigen betroffen. Bei ihnen fallen im Schnitt vier und mehr Krankheitswochen an. Dagegen fehlten ältere Führungskräfte, Techniker oder Ingenieure durchschnittlich nur zwei bis zweieinhalb Wochen im Jahr.

Die langen Krankheitszeiten bei den über 55-Jährigen haben ihre Ursache häufig in Rückenleiden, weil diese häufig chronisch werden. Wegen Bewegungsmangel beginnen diese Leiden aber oft schon in jungen Jahren. Jeder zehnte Mann und fast jede siebte Frau zwischen 15 und 25 Jahren gingen wegen Rückenschmerzen zum Arzt. Die Herz- und Kreislauferkrankungen nehmen - besonders bei Männern - in den Jahrgängen um die 40 zu - im Vergleich zu den Mittzwanzigern sind die 40-Jährigen im Schnitt doppelt so häufig davon betroffen. Der Geschäftsführer des BKK Bundesverbandes, Heinz Kaltenbach, betonte deshalb, wie wichtig die Gesundheitsvorsorge sei.

Bildquelle: deutsche presse agentur