Deutsche zittern um Geld und Umwelt

09.09.2010 | 15:11
Deutsche zittern um Geld und Umwelt

"Stabile Preise sind Inbegriff von Sicherheit"

Die Deutschen sind ein Volk von Angsthasen. Egal ob Wirtschaft, Umwelt oder Gesundheit, der Bundesbürger sorgt sich. Seit Beginn der Langzeitstudie "Die Ängste der Deutschen" vor 20 Jahren war der 'Angstindex' nur zweimal höher als 2010. Gegenüber dem Vorjahr stieg der Wert des "durchschnittlichen Angstniveaus" auf 50 Prozent, ein Plus von sechs Punkten. 2003 und 2005 lag er bei 51 Prozent.

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Die größte Sorge der Deutschen dreht sich ums Portmonee. "Mehr als zwei Drittel der Bundesbürger fürchten sich vor steigenden Lebenshaltungskosten und Wirtschaftsabschwung. Damit bleiben diese Sorgen auf Platz eins und zwei“, sagte Rita Jakli, von der R+V Versicherung, die die Studie zusammen mit der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) durchführt.

"Stabile Preise und eine stabile Währung sind für die Deutschen der Inbegriff von Sicherheit. Jede Bedrohung dieser Werte schürt große Angst", erläutert Professor Dr. Manfred Schmidt, Politologe an der Universität Heidelberg. Gesunken ist hingegen die Angst vor der Arbeitslosigkeit, die dank guter Beschäftigungszahlen an Bedeutung verloren hat.

Vertrauen in Politiker gering

Auf einem Rekordhoch ist die Angst vor Umweltkatastrophen, die in der 'Furcht-Skala' bei einem Plus von 8 Prozent nun Rang drei belegt. "64 Prozent der Bürger befürchten, dass die Zahl der Naturkatastrophen zunehmen wird - das sind so viele wie noch nie", so Jakli. Die verheerenden Bilder der vergangenen Wochen und Monate von Ölpest, Überschwemmungen, Bränden und Tornados haben bei den Menschen ihre Spuren hinterlassen.

In einer immer älter werdenden Gesellschaft hat auch die Angst vor Krankheiten zugenommen - einhergehend übrigens mit den wirtschaftlichen Konsequenzen. "Die Menschen wissen, dass sie für Gesundheitsleistungen künftig immer tiefer in die Tasche greifen müssen und dennoch weniger Leistungen bekommen." Eltern fürchten zudem, dass ihre Kinder von Drogen- und Alkoholexzessen betroffen sein könnten. Den letzten Platz bei den "16 größten Ängsten" belegt übrigens die Angst vor dem Zerbrechen der Partnerschaft (23 Prozent). Bei allen Ängsten taugen Politiker übrigens nicht als 'Helfer in der Not'. 64 Prozent der Deutschen fürchten, dass die Volksvertreter mit ihren Aufgaben überfordert sind - Platz vier in der Ängste-Skala. Die hohe Zahl an Rücktritten empfänden die Menschen als "Flucht aus der Verantwortung", meint Politik-Professor Schmidt.