Deutschland auf Rang 17 der reichsten Länder

Deutsche haben Pro-Kopf-Bruttovermögen von 60.000 Euro

Die Deutschen waren nach Einschätzung des Versicherungskonzerns Allianz in diesem Frühjahr so reich wie noch nie zuvor. Allerdings habe die Schuldenkrise die in diesem Jahr erzielten Zuwächse schon wieder zunichte gemacht, sagte Chefvolkswirt Michael Heise bei der Vorstellung des 'Global Wealth Reports' des Versicherers.

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Euro Scheine
Jeder Deutsche verfügt statistisch gesehen über 60.000 Euro Spareinlagen. Allerdings sind dabei weder Immobilienbesitz noch Rentenansprüche berücksichtigt. © dpa, Patrick Pleul

Mit einem errechneten Pro-Kopf-Bruttovermögen von gut 60.000 Euro liegen die Deutschen 2010 weltweit aber nur auf dem 17. Nationenrang. An der Spitze liegen weiterhin die Schweizer, die der starke Franken auf einen Spitzenwert von mehr als 207.000 Euro Vermögen pro Kopf katapultiert hat. Auf den Plätzen folgen mit gehörigem Abstand die US-Amerikaner, die Japaner und als reichste EU-Bürger die Dänen mit knapp 105.000 Euro pro Kopf.

Vor den Deutschen seien auch Euro-Länder platziert, die vor einer erheblichen Schuldenproblematik stehen, so zum Beispiel Irland oder Italien, sagte Heise. Die ganz beträchtlichen Privatvermögen in diesen Ländern böten den Regierungen zusätzliche Möglichkeiten, aus eigener Kraft den Schuldenabbau voranzutreiben.

Weltweites Privatvermögen von 95.000.000.000.000 Euro

Weltweit ist im vergangenen Jahr das gesamte verfügbare Privatvermögen um 6,2 Prozent auf insgesamt 95,3 Billionen Euro angewachsen und hat damit das Vorkrisenniveau von 2007 erstmals wieder übertroffen. Der vorsichtige deutsche Sparer sei in der Krise zu einem weltweiten Rollenvorbild geworden, sagte Heise.

Nach wie vor sitzen die großen Vermögen vorwiegend in den westlichen Industrieländern und Japan, die in der Krise aber auch am deutlichsten gelitten hätten. Das Wohlstandsgefälle sei weiter gewachsen. Allerdings gelinge immer mehr Haushalten aus den Schwellenländern der Sprung in die globale Vermögensmittelschicht. In den Berechnungen werden weder Immobilienbesitz noch die in Deutschland überdurchschnittlich hohen Rentenansprüche berücksichtigt.