Deutschland hat ein Drogenproblem

Deutschland hat ein Drogenproblem
Der Konsum illegaler Drogen in Deutschland ist nach Behördenangaben vor allem ein Jugendphänomen. © picture-alliance/ dpa, Daniel Karmann

Cannabis besonders weit verbreitet

Kiffen, Kokain schnupfen, Heroin spritzen - Deutschland hat ein Drogenproblem. Besonders junge Leute sind betroffen, offiziellen Angaben zufolge ist das Ausmaß besorgniserregend. Fast jeder zehnte Deutsche zwischen 18 und 39 Jahren hat 2009 zu einem illegalen Rauschmittel gegriffen. Das geht aus dem Jahresbericht der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) hervor.

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Am weitesten verbreitet ist bei den 18- bis 39-Jährigen Cannabis. Mit 9,3 Prozent liegt der Wert für 2009 um 0,1 Punkte höher als bei der letzten Erhebung 2006. “Die Verbreitung illegaler Drogen scheint aber insgesamt nicht zu steigen“, sagte DBDD-Leiter Tim Pfeiffer-Gerschel. Rund vier Millionen Europäer würden täglich oder fast täglich Cannabis konsumieren, sagte Wolfgang Götz, der Chef der EU-Drogenbeobachtungsstelle (EBDD).

Im vergangenen Jahr haben 9,9 Prozent der 18- bis 39-Jährigen illegale Drogen konsumiert. Bei der letzten Erhebung 2006 war der Wert um 0,3 Punkte niedriger. Von den 18- bis 64-Jährigen hat 2009 im Schnitt jeder Zwanzigste einmal zu einer illegalen Droge gegriffen.

Weniger Drogentote

1.331 Menschen kamen bundesweit durch den Konsum illegaler Drogen ums Leben. Das ist ein Rückgang um acht Prozent im Vergleich zu 2008. Das Durchschnittsalter eines Drogentoten beträgt Pfeiffer-Gerschel zufolge 36 Jahre.

Der Drogen-Konsum ist dem Bericht zufolge ein Phänomen, das vor allem unter jungen Menschen verbreitet ist. 2009 nahmen im Schnitt 14 Prozent der unter 30-Jährigen Rauschmittel.

Der Anteil bei den Älteren lag bei etwa 2 Prozent. “Die Konsumerfahrung bei Männern ist auf das Jahr gesehen fast doppelt so hoch wie bei Frauen“, sagte Pfeiffer-Gerschel.

Bundesdrogenbeauftragte Mechthild Dyckmans zeigte sich vor allem zufrieden mit den Konsumzahlen von Kokain, die in Deutschland “vergleichsweise niedrig“ seien. Sie forderte, insbesondere die Verbreitung neuer synthetischer Drogen aufmerksam zu beobachten.


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