Deutschland: Immer mehr Minijobber

Ein Viertel mehr Minijobber seit 2003

In Deutschland arbeiten immer mehr Menschen als Minijobber. Mittlerweile geht jeder vierte Erwerbstätige in Deutschland einer geringfügig entlohnten Arbeit nach. Zudem wächst die Anzahl der Menschen, die neben einer Stelle auf 400-Euro-Basis noch etwas dazuverdienen.

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In Deutschland gibt es seit 2003 ein Viertel mehr Minijobber.
Jeder vierte Erwerbstätige in Deutschland geht mittlerweile einer geringfügig entlohnten Arbeit nach. © dpa, Carsten Rehder

Seit Herbst 2003 ist die Zahl der Minijobber um 27 Prozent gestiegen, geht aus Statistiken der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor, berichtet die 'Süddeutsche Zeitung'. Während im September 2003 lediglich 5,75 Millionen Männer und Frauen geringfügig beschäftigt waren, sind es sieben Jahren später 7,309 Millionen - knapp 1,6 Millionen mehr.

Mehr als zwei Millionen Menschen, die schon eine Stelle haben, verdienen den Angaben zufolge zusätzlich bis zu 400 Euro im Monat dazu. Bei diesen Nebenjobbern ist der Anstieg besonders stark: Hier hat die Zahl seit 2003 mehr als eine Million zugenommen.

Kritik an Minijobs

Besonders häufig werden Minijobber im Handel, der Gastronomie und im Gesundheitswesen eingesetzt. Sie verdienen nicht mehr als 400 Euro und müssen keine Steuern und Sozialbeiträge abführen.

"Die Minijobs haben sich als Irrweg erwiesen", kritisierte Annelie Buntenbach, Vorstandsmitglied im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), in der 'Süddeutschen Zeitung'. Insbesondere für Frauen hätten sich durch die Aufteilung von Arbeitsplätzen in Minijobs die Eingliederungschancen verschlechtert.

Die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA) kritisierte die Regeln für die Verdienstanrechnung bei Hartz-IV-Empfängern mit Minijob. Hier gebe es "massive Fehlanreize". Weil der Staat kleine Erwerbseinkommen begünstige, "ist es attraktiv, Hartz IV nur mit einem geringen legalen Hinzuverdienst zu kombinieren, statt zügig einen Vollzeitjob zu suchen", sagte ein BDA-Sprecher.


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