Deutschland stabilisiert sich 13 Jahre nach Pisa-Schock im Mittelfeld

Mädchen trauen sich in Mathe wenig zu

Prozentrechnung beim Autokauf oder die Geschwindigkeitsberechnung eines Radfahrers – Mathe-Textaufgaben mit Alltagssituationen standen in diesem Jahr auf dem Stundenplan der PISA-Studie. Rund 5.000 deutsche Schüler der neunten Klasse haben am weltweiten Test teilgenommen, dessen Ergebnisse heute vorgestellt werden. Schon vorab wurde bekannt: Unsere Schüler haben sich im Mittelfeld der 65 teilnehmenden Länder stabilisiert.

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Pisa Studie Mathe
Die deutschen Schüler verbessern sich in Mathe. © dpa, Armin Weigel

Und noch etwas zeichnet sich ab: Die deutschen Mädchen trauen sich selbst in Mathe wenig zu. "Es gibt verschiedene Studien die zeigen, dass Lehrerinnen und Lehrer tatsächlich in bestimmter Weise zurückmelden, dass Jungs höhere Leistungen in Mathematik erbringen können und von Mädchen weniger erwartet wird", sagt die Psychologin Romy Schroeter im RTL-Interview. "Und das kann langfristig dahin führen, dass die Leistungen schlechter werden."

Die Verbesserungen in Mathematik zeichneten sich bereits 2009 ab. Das nur äußerst mäßige deutsche Abschneiden vor allem bei Lesen/Textverständnis beim ersten Test im Jahr 2000 hatte in der Öffentlichkeit den Pisa-Schock ausgelöst. Die Kultusminister hatten daraufhin zahlreiche Schulreformen auf den Weg gebracht, unter anderem einheitliche Bildungsstandards für alle 16 Bundesländer.

DIHK fordert besseren Mathematikunterricht

Das reicht dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) noch nicht. Er drängt auf einen besseren Mathematikunterricht. Zwar belegten Firmenumfragen eine leichte Verbesserung bei den Schulabgängern. Gleichwohl sei die Unzufriedenheit der Unternehmen über unzureichende Mathe-Kenntnisse mit 45 Prozent noch viel zu hoch, sagte DIHK-Vizehauptgeschäftsführer Achim Dercks dem 'Handelsblatt'.

Ermittelt wurden auch die Kenntnisse in Naturwissenschaften und Lesen/Textverständnis. Auch hier geht der Trend in Deutschland weiter nach oben.