Die Deutschen und ihr Essen: Jeder zweite Herd bleibt kalt

22.02.2013 | 14:08
Ernaährungsverhalten Deutsche Studie Immer weniger Deutsche bereiten ihre Mahlzeiten selbst zu, geht aus einer neuen Studie zum Ernährungsverhalten hervor.

Arbeiten und gesund essen für ist Viele schwierig

Nur in der Hälfte aller deutschen Haushalte gibt es noch täglich ein selbstzubereitetes Essen. Dafür kommen immer öfter schnelle Fertiggerichte auf den Tisch. Im Schnitt greifen vier von zehn Menschen mindestens ein- bis zweimal die Woche zu Tütensuppe oder Tiefkühlpizza. Das liegt auch daran, dass das Essen keinen so hohen Stellenwert hat, geht aus einer neuen Studie zum Ernährungsverhalten hervor. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hatte 1.000 Erwachsene im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) befragt:

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Bei den Berufstätigen fällt es immer mehr Menschen schwer, eine gesunde Ernährung mit ihrer Arbeit zu vereinbaren. Nur jeder Zweite kann in seinen Arbeitspausen tatsächlich in Ruhe essen. "Ein Drittel aller Berufstätigen beklagt, dass eine gesunde Ernährung bei seiner Arbeit schlichtweg nicht möglich ist", sagt Forsa-Geschäftsführer Manfred Güllner. Die Hauptprobleme mit dem Essen bei der Arbeit: die begrenzte Auswahl und fehlende Zeit. "Vier von zehn befragten Berufstätigen geben an, dass sie bei der Arbeit nicht viel essen, dafür dann aber abends zu Hause reichlich."

Junge Deutsche: Essen, Smartphone und TV gleichzeitig

In der Gesamtbevölkerung nennt die Hälfte fehlende Zeit und Ruhe als Hauptgrund für ungesundes Essen – bei den unter 25-Jährigen sind es sogar fast drei Viertel. Speziell in dieser Altersgruppe fordert auch die mobile Gesellschaft ihren Tribut. Gerade junge Menschen sind beim Essen kaum noch bei der Sache. Vier von zehn jungen Erwachsenen essen mit der Gabel in der einen und dem Smartphone in der anderen Hand – und nebenbei läuft der Fernseher. Unterwegs gibt's dann auf dem Weg zur S-Bahn noch eine Pizzazunge, bei jedem Dritten unter 25 Jahren sogar mindestens dreimal die Woche.

Grundsätzlich achten die Bundesbürger eher auf leckeres als auf gesundes Essen. "Hauptsache lecker" heißt es bei jedem zweiten Mann, aber nur bei jeder dritten Frau. Besonders wenig Wert auf gesundes Essen legen die jungen Erwachsenen.

"Ernährung muss in unserem Alltag wieder mehr Raum bekommen", fordert daher der TK-Vorstandsvorsitzende Dr. Jens Baas. "Dabei geht es nicht um stundenlange Zeitfenster, sondern darum, dass man in dem Moment bei der Sache ist." Doch die Studie zeigt auch: Nur noch für jeden zweiten Menschen in Deutschland hat das Essen einen hohen Stellenwert.

Bildquelle: deutsche presse agentur