Die Karten werden neu gemischt: Letzter Ausweg Große Koalition?

Steinbrück, Gabriel, Steinmeier
Dann wären es nur noch zwei: Kommt es zu Schwarz-Rot, wird sich Kanzlerkandidat Peer Steinbrück zurückziehen. © dpa, Stephanie Pilick

RTL-Trendbarometer: Die Deutschen wünschen sich eine Große Koalition

In vier Tagen wählt Deutschland. Und während der Countdown läuft, werden in Berlin die Karten neu gemischt. Denn nach der Bayern-Wahl und der neuesten Forsa-Umfrage für RTL und den 'stern' liegt die rot-rot-grüne Opposition gleichauf mit den Regierungsparteien Union und FDP. Kaum einer geht noch davon aus, dass es eine regierungsfähige Mehrheit geben wird, egal für wen.

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Und so berät offenbar inzwischen auch die SPD über eine zumindest von ihrer Seite ungeliebte Große Koalition. Wenn es nämlich nach den Deutschen gehen würde, liefe es sowieso auf eine eben solche hinaus. Laut RTL-Trendbarometer wünschen sie sich ein Bündnis aus Union und SPD (34 Prozent). Nur 19 Prozent der Befragten wollen hingegen erneut eine schwarz-gelbe Koalition. Für Rot-Grün sprechen sich 15 Prozent aus. Doch für die Sozialdemokraten ist das Thema im Wahlkampf tabu. Denn die Basis hat ein Ziel: Merkel muss abgewählt werden.

Kommt es zu Schwarz-Rot, so plant die SPD laut einem Bericht der 'Frankfurter Rundschau' mit Parteichef Sigmar Gabriel als Vizekanzler und Frank-Walter Steinmeier als auch künftigem SPD-Vorsitzenden. Kanzlerkandidat Peer Steinbrück würde sich in diesem Fall zurückziehen. Er hatte von Anfang an klar gemacht, dass er einer Großen Koalition nicht zur Verfügung stehe.

CSU-Erfolg bei der Bayern-Wahl für Merkel Fluch und Segen

Derweil dürfte sich Kanzlerin Merkel zwar über das großartige Ergebnis der CSU bei der Bayern-Wahl freuen. Auf der anderen Seite wird sie wahrscheinlich nicht sonderlich begeistert sein über das damit wachsende Selbstbewusstsein und den folglich größer werdenden politischen Druck von Seiten des Fraktionspartners. Und wenn die FDP weiter auf Zweitstimmenjagd ist und der CDU damit wichtige Punkte klaut, sieht es ganz schlecht aus für Schwarz-Gelb.

Auch wenn die Große Koalition für die Sozialdemokraten 2009 ein Debakel war, blickt man auf den Absturz in der Wählergunst, sieht man einen Zusammenschluss mit der CDU diesmal optimistischer: Merkel will ja wahrscheinlich bei der nächsten Wahl nicht mehr kandidieren.

Aber selbst wenn schon am Sonntagabend klar ist, dass es für Rot-Grün nicht reicht, wird kein Spitzenmitglied öffentlich für die Koalition mit der Union plädieren. Der Vorstoß müsse vom Volk kommen, so ein Insider zur 'Frankfurter Rundschau'. Dazu passt, dass der Parteikonvent der SPD, der ursprünglich für nächsten Dienstag geplant war, auf Freitagabend verschoben wurde. Vorher gebe es keine Entscheidungen, so Gabriel.


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