Die Kumpel haben die Belastungen gut weggesteckt

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Den geretteten Bergleuten in Chile geht es nach Einschätzung ihrer Ärzte gut. Alle 33 Männer hätten bestens geschlafen, sagte einer der Mediziner bei einer Pressekonferenz in der Stadt Copiapó, wo die Kumpel in einem Krankenhaus untersucht worden sind. Die Männer seien zwar alle einem hohen Stress-Level ausgesetzt gewesen. Sie hätten die Belastungen nach den bisherigen Untersuchungen aber gut weggesteckt. Ein Kumpel mit einer leichten Lungenentzündung sei auf dem Weg der Besserung. Darüber hinaus seien kleinere Zahn- und Hautprobleme behandelt worden. “Wir haben nicht ein einziges Problem aus Sicht der Mediziner“, sagte der Arzt. Auf die Frage eines Journalisten, wie es dem Jüngsten der Geretteten (19 Jahre) gehe, der sich nach der Rettung im Schockzustand befunden habe, stellte er klar: „Es gibt keinen einzigen Bergmann, der in einem Schockzustand eingeliefert wurde.“ Wann die ersten Kumpel das Krankenhaus verlassen können, konnte der Arzt noch nicht sagen. Die historische Rettungsaktion in Chiles San-José-Bergwerk war um 21.55 Uhr Ortszeit, also um 02.55 Uhr deutscher Zeit erfolgreich zu Ende gegangen. Der letzte der 33 verschütteten Kumpel fuhr aus dem Stollen auf, in dem die Minenarbeiter 69 Tage lang in mehr als 600 Metern Tiefe gefangen waren. Die perfekt organisierte Rettungsaktion dauerte 22 Stunden und 39 Minuten. Vor Beginn war von 36 bis 48 Stunden die Rede gewesen.
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“Das waren ganz tolle, ganz emotionale Momente, die wir hier erlebt haben“, berichtet RTL-Reporterin Anna Hohns, “mittendrin bei den Angehörigen, die dann laut mitgezählt haben, bei den letzten Metern, als Luis Urzúa nach oben gekommen ist.“ Der Schichtführer und ’Boss’ genannte Urzúa entstieg der Rettungskapsel. „Danach gab es kein Halten mehr“, schildert Hohns. „Champagnerwellen, Konfettiregen, Ballone in den chilenischen Nationalfarben, die nach oben gestiegen sind – es war eine ganz gelöste Stimmung.“ Urzúa hatte in der Tiefe entscheidend zum Zusammenhalt der Gruppe beigetragen. Er wollte erst alle Männer gerettet wissen, bevor er sich selbst auf den Weg nach oben machte. "Wir haben eine magische Nacht erlebt, in der das Leben den Tod besiegt hat", sagte der Präsident mit Tränen in den Augen. Er dankte den Kumpel für ihre Ausdauer und den Rettern für deren unermüdlichen Einsatz. “Chile ist heute nicht mehr das gleiche Land wie vor 69 Tagen“, erklärte Piñera. Das Land sei heute geeinter und stärker und werde in Welt mehr respektiert und geschätzt. Die Bergleute hätten ein leuchtendes Beispiel von Mut, Loyalität und Kameradschaft gezeigt. Piñera fügte aus ganzem Herzen hinzu: “Viva Chile!“ (“Es lebe Chile“) Millionen Menschen weltweit freuten sich auch besonders mit Ariel Ticona Yañez, der als vorletzter gerettet wurde. Er war unter der Erde eingeschlossen, als er vor genau einem Monat Vater wurde. Heute kann er seine Tochter Esperanza, zu Deutsch Hoffnung, endlich zum ersten in die Arme nehmen.
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