Dramatische Entwicklung: Bakterien werden immer resistenter gegen Antibiotika

04.10.2013 | 09:04
Bakterien resistenter gegen Antibiotika 15.000 Menschen sterben jährlich an Keimen.

15.000 Menschen sterben jährlich an Keimen

Es komme einer Katastrophe gleich, sagt eine amerikanische Wissenschaftlerin und meint damit das Auftreten von immer mehr Keimen, die gegen Antibiotika resistent sind. Die Wunderwaffe Antibiotika beginnt zu schwächeln, denn während die Bakterien im Körper immer weitere Wege finden, gegen die Antibiotika-Stoffe resistent zu werden, sehen Forscher kaum noch Möglichkeiten zur Veränderung und Weiterentwicklung des Präparats.

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15.000 Menschen sterben jährlich in Deutschland an Krankenhauskeimen, und die Keimbelastung steigt. "Wir behandeln immer ältere und kränkere Patienten in den Krankenhäusern. Diese Hochrisikopatienten laufen immer Gefahr, sich mit den eigenen Keimen, die sie auf Haut und Schleimhäuten tragen, zu infizieren", sagte Prof. Frank Brunkhorst des Uniklinikums Jena.

400 von 20.000 Patienten hatten resistente Bakterien in sich

Das größte Problem ist die allzu sorglose Verschreibung und Einnahme von Antibiotika. Hierdurch gewöhnt sich der Körper an den Stoff und die Bakterien finden Wege resistent zu werden. 2.300 Tonnen Antibiotika werden jährlich in Deutschland verbraucht. 900 Tonnen davon alleine in der Masthaltung, welche dann durch den späteren Fleischverzehr aufgenommen werden.

Bisher konnten immer neuere Präparate dafür sorgen, dass die Bakterien nicht resistent wurden. "Wir stellen jetzt zu Beginn des neuen Jahrtausends fest, dass wir so gut wie nichts mehr in unserer Entwicklungspipeline haben, die Bakterien aber weiterhin Wege finden, resistent zu werden", äußerte sich Prof. Matthias Herrmann zu der prekären Lage. Es muss also umgedacht werden, deshalb werden im Krankenhaus im Saarland Patienten auf resistente Bakterien getestet, um dann zur Not isoliert behandelt zu werden. Von 20.000 getesteten Patienten wurden 400 mit Erregern entdeckt.