Ebola-Epidemie in Westafrika: Ärzte kämpfen gegen tückisches Virus

Ausmaß der Seuche "so noch nie gesehen"

Es sind unheimlich Bilder, wie Ärzte in Schutzanzügen eine provisorische Isolationsstation betreten und sich um totkranke Patienten kümmern. Zum ersten Mal ist die Ebola im westafrikanischen Guinea ausgebrochen – eine der gefährlichsten Krankheiten weltweit, gegen die es kein Heilmittel gibt. Auch ins Nachbarland Liberia hat sich die Epidemie ausgebreitet.

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In Westafrika ist eine Ebola-Epidemie ausgebrochen.
Ärzte in Schutzanzügen behandeln ein Kind - die Helfer versuchen die tödliche Seuche in Guinea einzudämmen.

"Wir haben es hier mit einer Seuche zu tun, deren Ausmaße wir so noch nie gesehen haben", berichtet Michel Van Herp von der Hilfsorganisation 'Ärzte ohne Grenzen'. "Frühere Seuchen haben sich viel mehr auf einzelne Orte konzentriert. Hier ist das anders." Über das ganze Land verteilt gibt es Todesfälle. Die Erkrankten haben kaum Hoffnung auf Genesung: Gegen Ebola gibt es keine Impfung – neun von zehn Patienten sterben daran. Es wird versucht Infizierte so gut es geht abzuschotten. RTL-Reporter Markus Lehmann hat Mitglieder von 'Ärzte ohne Grenzen' bei ihrem Kampf gegen das Virus begleitet.

Aufrufe zu verschärfter Hygiene

Die Menschen in Guinea sind stark verunsichert, manche reagieren wütend und aggressiv auf die Helfer vor Ort. In einem Dorf im Südosten Guineas gingen einige Menschen mit Steinen auf ein Behandlungszentrum von 'Ärzte ohne Grenzen' los. "Wir verstehen die Ängste der Bevölkerung vollkommen. Bisher gab es Ebola in Guinea nicht und unsere Mitarbeiter in der Ganzkörper-Schutzkleidung zu sehen, muss schockierend sein für Menschen, die das nicht kennen", erklärt Landeskoordinatorin Corinne Benazech. Bereits bei früheren Ebola-Epidemien etwa in Uganda und Gabun gab es ähnliche Proteste.

In Guinea und Liberia werden die Bürger nun in den Medien aufgerufen, sich die Hände zu waschen und physischen Kontakt mit anderen soweit wie möglich zu vermeiden. Telefon-Hotlines wurden eingerichtet, an die sich Menschen mit möglichen Symptomen wenden können. Dabei ist das Problem, Hygienevorschriften in einem armen Land durchzusetzen, wo die Menschen kein fließendes Wasser haben.

Nach WHO-Angaben gehört die derzeitige Epidemie zu den schlimmsten jemals registrierten Ausbrüchen des Virus. Bislang gibt es demnach allein in Guinea 101 Tote und 157 Verdachtsfälle. Im Nachbarland Liberia sind zehn Menschen an dem Virus gestorben, 21 sind infiziert. Ein großes Problem sei, dass die betroffenen Länder kaum Erfahrung im Kampf gegen Ebola hätten, hieß es. Symptome der Krankheit sind schweres Erbrechen und Durchfall, Fieber sowie innere und äußere Blutungen. Bisher gibt es weder eine Impfung noch eine Therapie.


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