Ebola-Verdacht in Berlin: Vorsichtige Entwarnung

Ergebnisse der Blutanalyse stehen noch aus

Stundenlang sah alles danach aus, als wenn der gefährliche Ebola-Virus nun auch Deutschland erreicht hätte. Eine Frau, die vor kurzem in Afrika war, war in einem Berliner Jobcenter ohnmächtig zusammengebrochen. Nun gibt es Entwarnung - wenn auch nur vorläufig.

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Ebola-Verdacht in Jobcenter in Berlin-Pankow
Die Patientin wurde erst in einem Notarztwagen isoliert und dann zur Untersuchung in die Infektionsabteilung des Virchow-Klinikums der Charité gebracht. © dpa, Maurizio Gambarini

Experten der Charité, in der die 30-Jährige behandelt wird, gehen davon aus, dass es sich bei dem Fieber mit großer Wahrscheinlichkeit nicht um die gefährliche Viruserkrankung handelt. Nach ersten Untersuchungen handele es sich offenbar um eine infektiösen Magen-Darm-Erkrankung, teilte die Klinik mit. Für den sicheren Ausschluss von Ebola warten die Experten aber noch eine Blutanalyse ab. Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) rechnet damit, dass das Testergebnis am Mitwoch vorliegt.

Gegen das Virus spricht, dass sich die Patientin bei ihrem Afrika-Besuch nicht in einem Ebola-Gebiet aufgehalten hat. In Teilen Westafrikas ist die Epidemie seit Monaten außer Kontrolle, eine Einschleppung nach Deutschland gilt aber als unwahrscheinlich. In Europa hat sich bisher kein Verdachtsfall bestätigt.

Deutsche Behörden nach eigenen Angaben gut gerüstet

Mit Notfallplänen für Seuchenalarm sind die deutschen Behörden nach eigenen Angaben aber gut für den Ernstfall gerüstet. Auch an der Charité gibt es eine Isolierstation, in der Ärzte Ebola-Patienten in Schutzanzügen behandeln können.

Die Berliner Patientin wurde nach dem Notruf des Jobcenters zuerst in einem Notarztwagen isoliert und zur Untersuchung in die Infektionsabteilung des Virchow-Klinikums der Charité gebracht. Die Polizei riegelte die Zufahrten zum Krankenhaus ab. Wegen des Ebola-Verdachts wurden auch sechs Menschen, die mit der Patientin Kontakt hatten, vorsichtshalber ins Krankenhaus gebracht. Alle anderen Besucher der Jobcenters, die zunächst im Haus bleiben mussten, durften das Gebäude nach rund zwei Stunden wieder verlassen, berichtete ein Feuerwehrsprecher.

Die Berliner Feuerwehr habe den Einsatz bei Ebola-Verdacht seit Beginn der Epidemie in Westafrika geübt, sagte ein leitender Notarzt. Die Information Fieber in Kombination mit Afrika reiche im Moment schon für einen Einsatz aus. "Das ist dann aber erst der Verdacht auf einen Verdachtsfall", hieß es weiter.

Die ersten Anzeichen für Ebola sind mit hohem Fieber und Kreislaufproblemen ähnlich wie bei einer Grippe oder bei Tropenkrankheiten wie Malaria. Ebola ist aber weit weniger ansteckend als Grippe und wird nur durch den Kontakt mit Körperflüssigkeit eines Infizierten übertragen, die in Wunden oder Schleimhäute gelangt.