Ehevertrag: Vor der Hochzeit zum Notar?

Ehevertrag: Hilfreich, wenn die Ehe kracht
Ehevertrag: Hilfreich, wenn die Ehe kracht Weniger Stress, mehr Klarheit 00:09:25
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Schon vor der Hochzeit an die Scheidung denken? Ja!

Die Hochzeit soll ja einer der schönsten Tage des Lebens sein. Und ganz sicher will man an einem solchen Tag nicht an eine mögliche Scheidung denken. Glücklicherweise kennen sich die meisten Paare bevor sie vor den Traualtar treten schon eine längere Zeit - und diese sollte man durchaus nutzen, um das Thema Ehevertrag ausführlich zu besprechen.

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Ehevertrag: Vor der Hochzeit zum Notar?
© ZB, Jens Büttner

Mit einem Ehevertrag geben sich Eheleute bestimmte Regeln für die Ehe, vor allem aber für den Fall einer eventuellen Scheidung. Denn dann kommt es nicht selten zu heftigen Streitigkeiten. Wir haben die wichtigsten Informationen für Sie zu dem schwierigen Thema gesammelt.

- Ein Ehevertrag ist nach deutschem Recht nur dann wirksam, wenn er notariell beurkundet ist, anderenfalls ist der Vertrag ein Fall für den Papiercontainer. Einen Ehevertrag kann man vor, aber auch während der Ehe schließen.

- Da ein Ehevertrag weitreichende Regelungen enthalten kann, die mitunter schwer zu Lasten eines Ehepartners gehen, ist die Unterstützung durch einen Notar bei der Aufstellung des Vertrags sehr zu empfehlen.

- Die Kosten für einen Notar errechnen sich aus den Werten, um die es geht. Bei einem Vermögen der Ehepartner von 60.000 Euro fallen etwa 300 Euro an Notarkosten an. In diesen Kosten ist auch die juristische Beratung enthalten.

- Bei den Überlegungen zu einer möglichen Vertragsaufstellung sollte man zudem berücksichtigen, dass ein Vermögensanteil eines Ehepartners auch in einer Firma gebunden sein kann. Eine Aufteilung des Vermögens nach einer Scheidung könnte der Firma zum Verhängnis werden. Auch in diesem Fall kann ein Ehevertrag Ausgleich schaffen.

Ehevertrag: Vor der Hochzeit zum Notar?
© RTL Interactive, diego cervo

In einem Ehevertrag sollte klar festgelegt werden, wer nach der Scheidung welchen Anteil des Vermögens behalten darf. Der gesetzliche Güterstand ist die Zugewinngemeinschaft, bei der jeder das behält, was er mit in die Ehe gebracht hat und im Falle einer Scheidung das während der Ehe hinzugekommene Vermögen geteilt wird. Im Ehevertrag kann man einen anderen Güterstand festlegen: Entweder Gütertrennung oder Gütergemeinschaft

Bei Gütertrennung erfolgt eine vollständige Trennung des Vermögens beider Lebenspartner, ohne dass nach der Scheidung einer dem anderen etwas zahlen muss. Juristisch spricht man in diesem Fall davon, dass kein Zugewinnausgleich stattfindet (Also kein Ausgleich der Differenz zwischen dem Anfangsvermögen eines Ehegatten oder Lebenspartners am Tag der Eheschließung und dem Endvermögen an dem Tag, an dem die Ehe endet). Verdient also beispielsweise ein Ehepartner während der Ehe sehr viel Geld, darf er dieses Geld bei einer Scheidung selbst behalten.

Eine Gütertrennung ist insbesondere dann sinnvoll, wenn einer der Partner z.B. Schulden mit in die Ehe einbringt.

Empfehlenswert ist eine Gütertrennung ebenso für kinderlose Doppelverdiener. Dann können die Ehepartner nach der Scheidung in wirtschaftlichen Verhältnissen leben, als wären sie nicht verheiratet gewesen.

Bei einer Gütergemeinschaft werden die Vermögen der beiden Ehepartner bei der Hochzeit zusammengefasst und grundsätzlich als gemeinschaftliches Vermögen betrachtet. Lässt sich das Paar scheiden wird dieses und das während der Ehe hinzugekommene Vermögen geteilt.