Entführte Lara (6) in Polen entdeckt – Prozess um Sorgerecht in Ludwigsburg

Prozess in Ludwigsburg

Im Oktober wurde die damals fünfjährige Lara unfreiwillig Opfer eines Sorgerechtsstreits zwischen ihren Eltern. Sie wurde auf dem Weg in den Kindergarten von ihrer Mutter entführt und nach Polen verschleppt. Seither sucht ihr Vater Thomas Karzelek, der das alleinige Sorgerecht für das Mädchen hat, verzweifelt nach seiner Tochter. Nun die Wende: Ein Detektiv hat Lara entdeckt.

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Entführte Lara (6) in Polen entdeckt
Lara wird seit Oktober vermisst.

Sie ist mit ihrer Mutter im polnischen Luban, ganz in der Nähe von Görlitz, schreibt Karzelek auf seiner Facebook-Seite. Angeblich habe die Polizei schon seit Anfang Oktober von Laras Aufenthaltsort gewusst, jedoch nicht mit den deutschen Behörden zusammengearbeitet. Die örtliche Staatsanwaltschaft ermittelt dort nun gegen die Mutter der Sechsjährigen, die nach einer Anhörung wieder auf freiem Fuß ist. Indes wird der Fall in Ludwigsburg verhandelt. Dort soll endgültig über das Sorgerecht für Lara entschieden werden.

Bereits 2011 von der Mutter entführt

Rückblick: Thomas Karzeleks neue Lebensgefährtin wollte das Mädchen Anfang Oktober in die Kita bringen, doch dann kam alles ganz anders. "Ich hab da laute Schritte gehört, habe angefangen um Hilfe zu schreien. Dann haben die mich von hinten angegriffen", erinnert sich Petra Pavlova. "Ich habe an der Lara gezerrt, dann habe ich Pfefferspray in mein Gesicht bekommen. Ich konnte nichts sehen, ich konnte nicht atmen. Und in dem Moment haben sie die Lara weggenommen und sind wieder weggelaufen." Schon 2011 hatte ihre Mutter sie angeblich nach Polen entführt. Zehn Monate musste ihr Vater damals warten, bis er seine Kleine endlich wieder im Arm halten konnte.

Laut Thomas Karzelek spricht die Mutter kein Deutsch, und Lara kann kein Polnisch. Der Vater erträgt den Gedanken kaum, dass es wirklich sein Kind war, das da nach seinem Papa rief. "Ich versuche, das auszublenden, weil ich muss ja auch einigermaßen stark sein für meine Tochter. Es sind Momente, wo wir uns dann in die Arme fallen und gar nicht mehr weiter können."