Er ist da: Obama erstmals als US-Präsident in Berlin

Auch kontroverse Themen auf der Agenda

Es ist ein lang erwarteter Besuch: Erstmals überhaupt als US-Präsident ist Barack Obama in Berlin eingetroffen. Mit Spannung erwartet wird seine Grundsatzrede vor dem Brandenburger Tor. Für die Sicherheitskräfte ein enormer Aufwand - bis zu 8.000 Polizisten sind im Einsatz.

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Er ist da: Obama erstmals als US-Präsident in Berlin
Lockere Stimmung: Familie Obama verlässt die Air Force One. © dpa, Michael Kappeler

Das Präsidentenflugzeug Air Force One setzte um 20:19 Uhr auf dem Flughafen Berlin-Tegel auf. Obama, begleitet von seiner Frau Michelle und den beiden Töchtern Malia und Sasha, kommt direkt aus Nordirland, wo der G8-Gipfel zu Ende ging. Auf dem Rollfeld wurden sie von Außenminister Guido Westerwelle (FDP) begrüßt und stiegen anschließend in ihre Limousine, um mit einer dutzende Fahrzeuge umfassenden Kolonne ins Hotel zu fahren. Die Obamas übernachten in einem abgeriegelten Luxushotel am Potsdamer Platz, nur wenige Minuten vom Brandenburger Tor entfernt. Für den Dienstagabend ist kein offizielles Programm geplant.

Streng nach Protokoll handelt es sich um keinen Staats-, sondern nur um einen Arbeitsbesuch. Höhepunkt soll am Mittwoch die Rede am Brandenburger Tor sein - fast auf den Tag genau 50 Jahre nach dem legendären "Ich bin ein Berliner"-Auftritt von John F. Kennedy vor dem Rathaus Schöneberg.

Obama hatte bereits vor fünf Jahren vor dem Brandenburger Tor reden wollen. Damals war Merkel jedoch dagegen, dass der Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten vor dem Berliner Wahrzeichen eine Wahlkampfrede hielt. Obama wich zur Siegessäule aus, wo er von 200.000 Menschen bejubelt wurde. In seiner ersten Amtszeit kam Obama dann zwar zweimal zu Besuch nach Deutschland, aber nie nach Berlin.

Inzwischen sehen sich Merkel und Obama regelmäßig. Auch beim G8-Gipfel in Nordirland saßen sie wieder zusammen. Beide Seiten hoben in den vergangenen Tagen immer wieder die Bedeutung der deutsch-amerikanischen Freundschaft hervor. Erwartet wird jedoch, dass auch kontroverse Themen zur Sprache kommen wie etwa das amerikanische Internet-Spähprogramm 'Prism'.

Treffen mit Obamas Halbschwester Auma

Nach seiner Rede vor dem Brandenburger Tor wird sich der US-Präsident auch mit SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück treffen. Bei einem festlichen Abendessen im Schloss Charlottenburg sind dann auch andere Oppositionspolitiker dabei.

Für die 'First Lady' Michelle Obama gibt es ein eigenes Programm, an dem auch Merkels Mann Joachim Sauer teilnehmen wird. Geplant ist unter anderem ein Besuch von Mauer-Resten sowie der Holocaust-Gedenkstätte. Die Obamas wollen auch die ältere Halbschwester des Präsidenten, Auma Obama, treffen, die in Deutschland studiert hat.

Am Dienstag gab es in Berlin mehrere kleinere Demonstrationen gegen die US-Politik. Auch für Mittwoch sind Protestkundgebungen angemeldet - gegen 'Prism', gegen das amerikanische Drohnenprogramm sowie gegen das geplante Freihandelsabkommen zwischen EU und USA. Im Unterschied zu früheren Besuchen von US-Präsidenten werden jedoch keine Ausschreitungen erwartet.


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